Auf der Suche nach einem zukunftssicheren Job im Handwerk kommt man am Elektroniker Fachrichtung Energie und Gebäudetechnik nicht vorbei. Denn Strom wird nahezu überall benötigt und die Nachfrage nach Energie steigt stetig.

Mittlerweile gibt es bei der Elektroniker-Ausbildung im Handwerk fünf verschiedene Fachrichtungen. Darunter die für Energie- und Gebäudetechnik, für die sich Jana Jochimsthal und Lukas Mause entschieden haben. Die beiden 18-Jährigen absolvieren ihre Ausbildung bei dem 1967 gegründeten Meisterbetrieb von Frank Lefarth in Medebach-Medelon.

Dort treffen sich die Mitarbeiter morgens um 7.30 Uhr zur Teambesprechung. "Dann entscheidet sich, wer zu welcher Baustelle fährt und welche Materialien und Werkzeuge vor Ort gebraucht werden", berichtet Jana Jochimsthal, "danach wird alles gepackt und los geht´s." Die abwechslungsreichen Tätigkeiten an wechselnden Baustellen, die gemeinsame Arbeit im Team und nicht zuletzt, dass man das Ergebnis der eigenen Arbeit am Ende des Tages sehen kann – die Gründe für ihre Berufswahl sind vielfältig.

Jana Jochimsthal schließt einen Handdruckmelder einer Brandmeldeanlage an. Traumberufe 2026 Elektroniker
Jana Jochimsthal, die im ersten Lehrjahr zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik ist, schließt einen Handdruckmelder einer Brandmeldeanlage an. Foto: Gabi Bender

Kabelwege bauen, Leitungsschlitze fräsen, Leitungen verlegen, Dosen einsetzen, Spannungen überprüfen, Lampen montieren – bei Neubauten und Umbaumaßen ist jede Menge zu tun, denn fast überall wird Strom benötigt. Aber auch bei Bestandsgebäuden sind die Fähigkeiten und Kenntnisse von erfahrenen Elektronikern gefragt. "Neben dem klassischen Einfamilienhaus und dem immer stärker wachsenden Bereich der Photovoltaik und Elektromobilität hat sich vor allem die Planung, Installation und Betreuung elektrischer Anlagen für Industrie- und Gewerbekunden zu einem wichtigen Schwerpunkt unseres Unternehmens entwickelt", erklärt Frank Lefarth.

Der Obermeister der Elektro-Innung Brilon legt in seinem Familienbetrieb großen Wert auf die Nachwuchsförderung. "Ich bin schon ein wenig stolz, dass alle unsere Auszubildenden in den vergangenen Jahren ihre Prüfung mit Erfolg abgelegt haben." Die Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik dauert dreieinhalb Jahre, doch Jana Jochimsthal wird diese wohl schneller beenden. "Ich hatte im Herbst ein Praktikum bei Elektro Lefarth gemacht und durfte – unter anderem aufgrund meines Abiturs – im Dezember noch in die laufende Ausbildung einsteigen."

Drei Lehrgänge im Rahmen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) hat die Medebacherin auch schon absolviert. "In den jeweils einwöchigen Lehrgängen im Berufsbildungszentrum (BBZ) in Arnsberg haben wir unter anderem gelernt und geübt, wie man lötet, wie sich Metall be- und verarbeiten lässt und wie Verteilungen verdrahtet werden." In der Berufsschule gehen die angehenden Elektroniker derzeit die Grundlagen der Elektrotechnik durch.

In einem Netzwerkschrank legt Lukas Mause fachgerecht Datennetzwerkleitungen auf ein Patchfeld auf. Traumberufe 2026 Elektroniker
In einem Netzwerkschrank legt Lukas Mause fachgerecht Datennetzwerkleitungen auf ein Patchfeld auf. Foto: Gabi Bender

Im Rahmen eines Praktikums hat auch Lukas Mause, der im dritten Lehrjahr ist, die Arbeit des Meisterbetriebs von Frank Lefarth kennengelernt. Auf seinem Stundenplan in der Berufsschule stehen aktuell die Berechnung von Wellenlängen bei Sat- und Antennenanlagen, die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sowie die Vorbereitung auf die Gesellenprüfung. "Ich habe zwar erst im Januar kommenden Jahres Abschlussprüfung, aber einige Azubis haben ihre Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzt und daher jetzt schon Prüfung." Die Möglichkeit besteht, wenn entsprechende Leistungen vorliegen und die Verkürzung von allen Stellen befürwortet wird. In den letzten ÜLU-Lehrgängen hat der Elektroniker-Nachwuchs Schütz- und Relaisschaltungen gebaut und sein Wissen in den Bereichen Netzwerktechnik und BUS-Systeme erweitert.

Nach fast drei Jahren Ausbildung ist sich Lukas Mause nach wie vor sicher, dass die Ausbildung die richtige Entscheidung für ihn war. "Mir gefällt besonders die Mischung aus praktischem Handwerk, moderner Technik und abwechslungsreichen Einsätzen vor Ort."

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