"Als Anlagenmechaniker versteht man die ganzen Zusammenhänge im Haus und das finde ich super", begründet Marco Drapacz seine Berufswahl. "Ich weiß beispielsweise, was in der Heizungsanlage genau passiert, wenn jemand den Heizkörper aufdreht." Früher hat sich der 17-Jährige darüber keine Gedanken gemacht. "Das kam erst, als ich bei Güsgen | Heizung, Klima, Sanitär ein Tagespraktikum gemacht habe."
Nach dem Boys' Day absolvierte der Soester noch ein dreitägiges Praktikum bei dem Familienbetrieb und später ein weiteres, das vier Wochen dauerte. "Das alles hat mich immer mehr in meiner Entscheidung bestärkt, die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu machen." Auch der Ausbildungsbetrieb stand für ihn sofort fest. "Meine Familie kennt das Unternehmen schon lange, denn die Mitarbeiter von Güsgen warten auch unsere Heizungsanlage regelmäßig."

Nach dem Realschulabschluss, den Marco Drapacz an der Soester Sekundarschule gemacht hat, begann für den Berufseinsteiger der viel beschworene Ernst des Lebens. Doch wer das Team bei der Arbeit erlebt, merkt schnell, dass es ein Miteinander auf Augenhöhe ist, bei dem der Spaß nicht zu kurz kommt. Denn dem Geschäftsführer und Inhaber Luca Güsgen, der die Leitung des Familienbetriebs 2022 von seinem Vater Michael Güsgen übernommen hat, sind der Teamgeist und die flachen Hierarchien ebenso wichtig wie die hohe Qualität der Arbeit und die Kompetenz seiner Mitarbeiter.
Damit diese auf einem gleichbleibend hohen Niveau bleibt, besuchen die 19 Mitarbeiter regelmäßig Herstellerlehrgänge und Produktschulungen. Alle zwei Jahre fährt Luca Güsgen mit seiner Belegschaft außerdem nach Essen zur führenden Fachmesse für die Branchen Sanitär, Heizung und Klima. "Das ist sehr spannend, denn dort können wir uns direkt über neue Techniken und Innovationen informieren", sagt Marco Drapacz, der noch im ersten Ausbildungsjahr ist.
Erfahrungen hat der 17-Jährige im Laufe der ersten Monate aber schon reichlich gesammelt. "Ich habe beispielsweise mitgeholfen, Bäder zu entkernen und zu sanieren, Wärmepumpen einzubauen, alte Gasheizungen auszubauen, Heizkörper aufzuhängen und einiges mehr." Auch zu Hause hat er sein Wissen schon nutzen können, indem er eine neue Armatur angeschlossen und einen Siphon ausgetauscht hat.

Jetzt freut sich der Anlagenmechaniker-Nachwuchs auf seinen ersten Lehrgang im Rahmen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU), denn bisher war er ausschließlich im Betrieb beziehungsweise auf Baustellen aktiv und blockweise in der Berufsschule. "Ich bin fünf Wochen im Betrieb und danach zwei bis drei Wochen in der Berufsschule, wo wir unter anderem technisches Zeichnen lernen und erfahren, welche Technik hinter einer Heizungsanlage steckt. Auch Sicherheitsvorkehrungen sind ein wichtiges Thema in der Schule."
Am besten gefällt Marco Drapacz die Arbeit beim Kunden vor Ort. "Dort bin ich immer im Team und lerne jede Minute etwas dazu – das ist toll." Auch sein Kollege Theo Sattler, bei dem er sich schon einiges abgeschaut hat, schätzt seinen Beruf. "Das Faszinierende ist für mich das Tüfteln", verrät der 24-jährige Anlagenmechaniker. "Bei uns gibt es oft Fälle, bei denen man mit den Standardlösungen nicht weiterkommt und sich etwas einfallen lassen muss. Das ist sehr herausfordernd, macht mir aber auch unheimlich viel Spaß."
Für 2026 sucht der Betrieb noch eine oder einen Azubi. "Wer Lust auf diesen Beruf hat, handwerkliches Geschick mitbringt, zuverlässig und motiviert ist, ist bei uns genau richtig", erklärt Luca Güsgen, der auch gerne Ferienjobs und Praktika zum Reinschnuppern anbietet.







