Eine gute Adresse für die Ausbildung zum Tischler ist der Klostergarten 6 in Hamm-Rhynern. Dort machte sich Ulrich Alpmann 1999 selbstständig. Und der 55-jährige Schreinermeister führte in der Folge zahlreiche Auszubildende zu einem sehr guten oder besser gesagt: ausgezeichneten Abschluss.
Jan Rüther, seit November 2024 ebenfalls Meister, wurde Landessieger der Tischlerinnung. Geselle Tobias Sabulowski gehörte wie Jan Felix Mümken zu den Innungsbesten der Handwerkskammer. Letzterer gewann mit seinem Gesellenstück, einem Schreibtisch, den Preis für die "Gute Form".

Die gute Ausbildung hat einen Grund. "Nur vom Selbermachen lernt man", beschreibt Ulrich Alpmann das Prinzip "fordern und fördern". "Und wir sind ein kleiner Betrieb, jede Hand wird auch wirklich gebraucht." Mit ihm selbst arbeiten sechs Mitarbeiter in der Schreinerei Alpmann, zwei Meister, je zwei Gesellen und Auszubildende.
Till Kattenbusch hat seine Ausbildung gerade begonnen. "Ich habe nur kurz überlegt, weiter zur Schule zu gehen, das Abi zu machen", blickt der 16-jährige Realschulabgänger zurück. "Ich hatte immer Interesse am Handwerk, da fiel die Entscheidung schnell. Und ich arbeite gerne mit Holz."
Till Kattenbusch kommt aus einer Handwerkerfamilie. Vater Thorsten ist ebenfalls gelernter Tischlermeister. Der Sohn hatte in den Beruf schon im Schulpraktikum reingeschnuppert, vor dem Beginn seiner Ausbildung im Lehrbetrieb hospitiert. "Hier ist es sehr vielfältig", erklärt er. "Ich schätze den kleinen Betrieb – man macht viel selbst."
Aktuell arbeiten Jan Rüther und Till Kattenbusch an einem Einbauschrank für einen Kunden, der den Raum unter seiner Treppe nutzen möchte. Individuell gefertigte Möbel für Küche, Schlafzimmer und Wohnraum zeichnen den Betrieb aus.
"Wir bemühen uns ja immer, den Jungs früh eigene Projekte an die Hand zu geben", sagt Jan Rüther. "Sie sollen kreativ sein, selbst Entscheidungen fällen, wie sie die Arbeit umsetzen." Dazu gehört auch, eine Zeichnung mit Materialliste zu erstellen. So bekomme der Nachwuchs direkt das Gespür für das Objekt.

Individueller Möbelbau, eine raumhohe Regalwand im Lesezimmer eines Privathaushalts, die Nutzung von Schrägen als Stauraum, die Mensa im Lounge-Stil beim Hammer Lackproduzenten Hesse Lignal oder die Möblierung von Studentenzimmern im Berufsförderungswerk – die Projekte des Handwerksbetriebs sind abwechslungsreich. "Die Aufgaben sind vielfältig, wir sind einer der wenigen verbliebenen Möbelbauer in Hamm", erklärt Ulrich Alpmann. Auf Kundenwunsch verarbeitet er das Holz eines Kirschbaums aus dem Garten seiner Kunden zu einem neuen Esstisch. Vom Garten in die gute Stube. Auch das kann der Rhynerner quasi garantieren. Er hat einen eigenen Wald im märchenhaften Reinhards-Wald, sucht die Eiche selbst aus und lässt sie in einem kleinen Sägewerk nach eigenen Vorstellungen sägen.
"Wir haben keine Probleme, Auszubildende zu finden", erklärt Ulrich Alpmann. Die Bandbreite seines Unternehmens lockt, es gibt sozusagen eine Warteliste an Bewerbern. Till Kattenbusch bewarb sich eineinhalb Jahre vor seinem Start in die Ausbildung.
"An erster Stelle steht ein erkennbares Interesse am Beruf", erläutert der Handwerksmeister. "Danach kommen technisches Grundverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und das Rechnen." Im Gegenzug bietet Alpmann modernste Maschinen, ein junges Team und von Beginn an Eigenverantwortung. "Natürlich kann der Auszubildende uns immer fragen", bekräftigt Jan Rüther. Eine Lösung werde stets gemeinsam gefunden.






