Wie der Vater, so der Sohn und sogar der Enkel – die Begeisterung für Holz ist Jannis Gerke schon in die Wiege gelegt worden. "Für mich stand schon sehr früh fest, dass ich Tischler werden möchte", verrät der 20-Jährige, der damit in die Fußstapfen von Vater und Großvater trat.
Neben der Leidenschaft für den Werkstoff waren die abwechslungsreichen Tätigkeiten und die Vielfalt der Arbeiten weitere Gründe für seine Berufswahl. Einen ersten Eindruck davon, was man als Tischler mit Kreativität, Wissen und Erfahrung sowie der perfekten Kombination von Design, Funktion und Handwerk alles herstellen kann, hat Jannis Gerke durch sein Elternhaus schon früh bekommen. Während seines zweiwöchigen Praktikums bei Bröker Objekteinrichtungen hat sich dieser bestätigt. Mittlerweile ist der angehende Tischler im dritten Lehrjahr und nach wie vor begeistert, denn "in den 2,5 Jahren, in denen ich hier bin, war kein Tag wie der andere".

Natürlich komme es auch mal vor, dass man im Rahmen eines umfangreichen Projektes mehrere Tage lang gleichartige Tätigkeiten macht, räumt der Wulmeringhausener ein, zum Beispiel, wenn viele Holzplatten zugeschnitten und lackiert werden müssen, oder ein Schrank sehr viele Schubladen bekommt, die einzeln angefertigt werden. Aber das sei eher die Ausnahme. Denn die Bandbreite an Projekten, die Privat- und Gewerbekunden bei dem Winterberger Unternehmen in Auftrag geben, ist riesig und jedes Möbelstück ein Unikat.
"Während meiner Ausbildung habe ich schon an zahlreichen Projekten mitgearbeitet", berichtet der 20-Jährige und zählt einige der Objekte auf: "Kinderzimmer, Hauswirtschafträume, Küchen, Schreibtische, Eingangsbereiche, Wohnzimmer, Ankleiden, Garderoben, Wandverkleidungen, komplette Inneneinrichtungen für ein mehrstöckiges Einfamilienhaus sowie ein Einbauschrank mit integriertem Weinkühlschrank." Besonders in Erinnerung geblieben ist dem Azubi eine Inneneinrichtung inklusive Wandverkleidung, die das Team des Meisterbetriebs für ein großes Haus im Englischen Garten in München angefertigt hat. "Bei diesem waren wir dann auch etwa zwei Wochen lang für die Montage vor Ort.

Ein echtes Herzensprojekt stand für Jannes Gerke in seinem zweiten Lehrjahr auf dem Programm – allerdings in seiner Freizeit. "Ich habe mein Zimmer komplett neugestaltet und dafür Kleiderschrank, Schreibtisch, Bett und Nachttisch selbst geplant und gebaut. Die Teile habe ich an der Plattensäge zugeschnitten, dann CNC-technisch bearbeitet und anschließend alles zusammengeschraubt. Das war schon ein geiles Projekt", resümiert der angehende Tischler mit einem Lächeln. "Ich durfte länger im Betrieb bleiben, um an den Maschinen zu arbeiten und mein Vater hat mich dabei tatkräftig unterstützt. Diese Möglichkeit zu haben, war absolut super. Da ich von der ersten Idee bis zur Montage für alles selbst verantwortlich war, habe ich noch mal extrem viel gelernt, denn einige Herausforderungen tauchten erst im Laufe des Projektes auf."
Obwohl für Jannis Gerke schon früh feststand, dass er ins Handwerk möchte, absolvierte er sein Abitur am Gymnasium der Benediktiner in Meschede, um sich nach der Ausbildung alle Möglichkeiten offenzuhalten. "Ich weiß noch nicht, ob ich nach der Ausbildung erst weiter praktisch arbeiten oder noch Holztechnik oder etwas Ähnliches studieren möchte", überlegt der 20-Jährige. "Auf jeden Fall bleibe ich im Handwerk, wobei ich gerne mehr in die Planung und Konstruktion gehen und auch mehr Kundengespräche führen möchte. Denn es ist ein tolles Gefühl, wenn man ein individuelles Möbelstück für einen Kunden fertiggestellt hat und dann seine leuchtenden Augen sieht, wenn er es zum ersten Mal betrachtet.





