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Ben Ising ist gerne Frühaufsteher und liebt den Duft von frischem Brot

„Wir machen die Menschen satt“

Autor: Karin Cordes

Ausbildung zum Bäcker und Konditor und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (m/w/d) | Lippstadt präsentiert von:

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Anröchte. Wenn Ben Ising am frühen Morgen seinen Arbeitsplatz betritt, dann strömt ihm sofort der Duft von frisch gebackenem Brot entgegen. Und genau das ist einer der vielen Gründe, warum der 17-Jährige sein Handwerk so schätzt. Seit Sommer letzten Jahres absolviert Ben eine Ausbildung zum Bäcker bei der Bäckerei Redder in Anröchte. In der modernen Backstube im Gewerbegebiet sorgt er gemeinsam mit fünf ausgelernten Bäckern, einer Konditorin und einem weiteren Auszubildenden dafür, dass die Kunden frisches Backwerk, Brötchen und andere Leckereien genießen können. Bei einer Tasse Kaffee im angeschlossenen Café erzählt Ben, warum die Entscheidung das Bäckerhandwerk zu lernen, für ihn genau die Richtige ist. Auch sein Chef, Bäckermeister Benjamin Redder, der das Familienunternehmen in fünfter Generation führt, hatte einige Erläuterungen.

Frisch gebackenes Brot - Traumberufe Bäcker und Konditor 2024

Ben Ising liebt den Duft von frisch gebackenem Brot. „Wir sorgen dafür, dass die Menschen zu essen haben“, so der 17-Jährige. Foto: Karin Cordes

Wie kam es zu Ihrem Entschluss Bäcker zu werden?

Ben: Dass ich nach dem Schulabschluss eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf anstreben wollte, war mir schon lange klar. Immerhin komme ich aus einer Familie mit einigen Handwerkern. Mein Vater ist Elektroniker und eine Tante Bäckerin. Zunächst habe ich allerdings überlegt, ob die Ausbildung zum Industriemechaniker für mich etwas sein könnte, diesen Gedanken aber nach einem Praktikum verworfen. Dann machte ich ein Praktikum hier in der Bäckerei und merkte schnell, wieviel Spaß mir die Arbeit bereitet.

Was ist für Sie denn das Besondere an diesem Beruf?

Ben: Ich finde es schön, wenn man eine Arbeit macht, die wichtig ist. Wir Bäcker sorgen schließlich dafür, dass die Menschen etwas zu essen haben. Außerdem gefällt mir generell die Tätigkeit mit Lebensmitteln und den Duft von frischem Brot habe ich schon als Kind gemocht.

Nun steht man als Bäcker sehr früh auf – ist das ein Problem?

Ben: Ich habe ehrlich gesagt damit gerechnet, dass mir das frühe Aufstehen deutlich schwerer fällt. Tatsächlich war es jedoch so, dass ich mich sehr schnell daran gewöhnt habe. Morgens um 3 Uhr klingelt der Wecker. Da mein Weg zur Arbeit nicht weit ist, fahre ich mit dem Rad. Dann bin ich schon mal wach. Und wenn ich dann um 4 Uhr die Backstube betrete, haben der Chef und meine älteren Kollegen bereits jede Menge frischer Brotlaibe gebacken. Für sie beginnt der Arbeitstag nämlich schon in der Nacht um 1 Uhr. Aufgrund meines Alters darf ich laut Gesetz noch nicht so früh anfangen. Leider. Denn ehrlich gesagt, freue ich mich schon darauf. Ein früher Arbeitsbeginn bedeutet ja auch, dass man sehr früh Feierabend hat. In meinem Fall ist das derzeit am Mittag um 12 Uhr. Da habe ich also noch eine ganze Menge vom Tag. Gut, da der Wecker am nächsten Tag erneut früh klingelt, bedeutet das, dass ich auch recht früh ins Bett gehe. Aber wie gesagt, das ist alles eine Gewöhnungssache.

Ben Ising in der Backstube- Traumberufe Bäcker und Konditor 2024

Morgens um 4 beginnt Ben mit seiner Arbeit in der Backstube der Bäckerei Redder. Doch an das frühe Aufstehen hat er sich schnell gewöhnt. Foto: Karin Cordes

Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag aus?

Ben: In unserer Backstube ist noch echtes Handwerk angesagt. Wir produzieren die unterschiedlichen Brotteige, formen und backen sie. Auch für Brötchen, Plunderteilchen oder andere Backwaren werden die Zutaten je nach Rezept gemischt. Die Teigbildungs- und Gärungsvorgänge muss man genau überwachen, ebenso den Backvorgang. Einiges wird danach noch garniert und glasiert, damit die Produkte noch feiner und appetitlicher aussehen. Bei all diesen Tätigkeiten kommt es darauf an, gewissenhaft, genau und auch sauber zu arbeiten. Denn beim Umgang mit Lebensmitteln ist Hygiene natürlich sehr wichtig.

Was sollte ein junger Mensch für diese Ausbildung mitbringen?

Redder: Grundsätzlich sollte schon ein vernünftiger Schulabschluss vorhanden sein. Aber wenn sich jemand beispielsweise im Praktikum bewährt, dann sind die Schulnoten gar nicht so entscheidend. Wichtig ist die Motivation im Team zu arbeiten und sich für das Unternehmen einzusetzen. Einfach auch Spaß an der Arbeit zu haben. Wenn man dann auch noch ein Frühaufsteher ist, kann das ebenfalls nicht schaden. Die Arbeit im Bäckerhandwerk beginnt bereits in der Nacht. Das lässt sich nun mal nicht anders regeln. Schließlich wollen die Kunden am Morgen frische Brötchen haben.

Teig für süße Backwaren - Traumberufe Bäcker und Konditor 2024

Nicht nur Brote und Brötchen, auch der Teig für süße Backwaren und andere Leckereien wird produziert. Foto: Karin Cordes

Planen Sie nach der Ausbildung Fort- oder Weiterbildungen?

Ben: Ich möchte zunächst einige Jahre berufliche Erfahrungen als Geselle sammeln und irgendwann meinen Meister im Bäckerhandwerk machen.

Hat der Beruf Ihrer Meinung nach eine Zukunft?

Ben: Wenn ich das nicht denken würde, dann hätte ich diese Ausbildung nicht begonnen. Allerdings muss man leider ja sagen, dass das Handwerk aktuell nicht so angesagt ist. In meiner Berufsschulklasse sind wir gerade mal 12 Bäckereifachverkäufer und vier Bäcker. Wenn mir dann unser Geselle, der kurz vor der Rente steht, erzählt, dass er zu seiner Zeit mit 40 Leuten in der Klasse saß, dann merkt man schon die Entwicklung. Generell denke ich, dass die Menschen weiterhin Qualität und Geschmack schätzen – also Brote und Backwaren, die nach traditionellem Handwerk und mit Liebe produziert werden.

Redder: Ich bin ebenfalls von der Zukunft des Handwerks überzeugt. Backwaren werden immer gegessen. Die Vielfalt in Deutschland ist besonders groß. Die Deutsche Brotkultur wurde sogar durch die nationale UNESCO -Kommission im Jahre 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

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Drei Antworten von …

Obermeister Kunkel

… Detlef Kunkel, Obermeister der Bäcker- und Konditoren-Innung Soest-Lippstadt

1. Was ist für Sie das Beste an Ihrem Handwerk?

… zum Arbeitsende zu sehen, was man kreiert hat, und zu erleben, wie sich die Kunden im Laden daran erfreuen.

2. Was können junge Menschen nach der Ausbildung in diesem Handwerk machen?

… sich im Handwerk entfalten und aufsteigen. Leitungspositionen in Großbetrieben, Meister, Selbstständigkeit, Lebensmittelindustrie, Lebensmitteltechniker, Labortechniker für Lebensmittel, Veterinäraufsicht, Ausbilder in Schulen, Berater in Zulieferfirmen.

3. Was überrascht die Menschen am meisten, wenn Sie von Ihrem Handwerk erzählen?

… wie vielfältig es ist. Was man alles mit einer Ausbildung erreichen kann.

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3 Jahre

Monatliche Vergütung ab:

Bäcker / Fachverkäufer (m/w/d)
860 € im 1. Lehrjahr
945 € im 2. Lehrjahr
1.085 € im 3. Lehrjahr
Konditoren / Fachverkäufer (m/w/d)
620 € im 1. Lehrjahr
731,60 € im 2. Lehrjahr
837 € im 3. Lehrjahr

 

Abgeschlossene Ausbildungsverträge in 2023:

Bäcker / Fachverkäufer (m/w/d)
Bäcker: 4 / 23 insgesamt
Fachverkäufer: 20 / 45 insgesamt
Konditoren / Fachverkäufer (m/w/d)
Konditoren: 5 / 11 insgesamt
Fachverkäufer: 0 / 0 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Bäcker / Fachverkäufer (m/w/d)
Soest
Konditoren / Fachverkäufer (m/w/d)
Bochum bzw. Lünen und Hamm

 

Zahl der Innungsbetriebe:

35

DER BERUF IN ALLER KÜRZE

Zum Beruf des Bäckers sind Kreativität und handwerkliches Geschick gefragt. BäckerInnen backen nicht nur Brot und Kleingebäck, sondern stellen auch Feinbackwaren, Torten und Desserts sowie Backwarensnacks her. FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk mit dem Schwerpunkt Bäckerei verkaufen Brot, Backwaren und kleine Imbisse. Sie bedienen und beraten Kunden und sorgen dafür, dass die Ware kreativ präsentiert wird. Es ist ein abwechslungsreicher Beruf, bei dem man mit Fachwissen und Ausstrahlung überzeugt.

In der Ausbildung zum Konditor geht es ziemlich lecker zu. Man lernt, wie man Torten, Kuchen, Petit Fours, aber auch Brot und Brötchen herstellt. Dazu gehören natürlich auch Vor- und Nachbereitungsaufgaben, wie das Reinigen der Maschinen.

Weitere Infos zum Beruf unter back-dir-deine-zukunft.de

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