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Marlon Sell lernt bei Fliesen Löscher einen vielseitigen Beruf

Handwerk mit Kreativität

Autor: Michael Girkens

Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger (m/w/d) | Hamm präsentiert von:

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Marlon Sell kniet im Flur vor der Schwelle zum Wohnzimmer und streicht den Fliesenkleber auf dem Estrich glatt. Dann greift er hinter sich, nimmt die Fliese und fügt sie genau dorthin, wo sie hin muss. An solche Bilder denkt, wer das Wort Fliesenleger hört – und das ist zum einen auch richtig. Andererseits: Der Beruf hat wesentlich mehr zu bieten.

Marlon Sell bringt Fliesenkleber auf - Ausbildung zum Fliesenleger 2024 Hamm

Marlon Sell, Auszubildender bei Fliesen Löscher, schätzt die Vielseitigkeit seines Jobs, der deutlich mehr bietet als das Aufbringen des Fliesenklebers. Foto: Michael Girkens

Sell, 19 Jahre alt und Azubi im zweiten Lehrjahr bei dem Hammer Unternehmen Fliesen Löscher, geht gedanklich die vergangenen Tage und Wochen durch. Neulich einem Zechenhaus: Die Wände sind schief, so dass seine Aufgabe darin besteht, sie beizuspachteln. An anderen Tagen macht er mit seinen Kollegen in Neubauten auch einfach mal Meter, weil die Wände so gut sind, dass er nur noch Fliesen auf der Wand anbringen muss. Und wieder ein paar Tage später stemmt er Fliesen in einem 70er-Jahre-Bad ab. Und in der Villa Ende vergangener Woche drückt er LED-Leuchtschienen zwischen die frisch an der Wand geklebten Fliesen. Voraussetzung für alle diese Arbeiten: Die Fläche muss glatt und eben sein. Und die Fliesenlegerei, auch das wird deutlich, kann auch viel mit Kreativität, Geschmack und Lifestyle zu tun haben.

Fliesen gibt es heute in allen Größen

Alexander Löscher ist sein Chef und Inhaber des Unternehmens Fliesen Löscher. Er bestätigt den Eindruck von Marlon Sell: „In den vergangenen zehn, zwanzig Jahren hat sich unser Berufsbild grundlegend verändert“, sagt er, „heute sind das Verlegen von Fliesen und die Arbeiten drumherum extrem vielseitig„. Das war früher anders, da habe der Job darin bestanden, 15 mal 15 Zentimeter große Fliesen in Speiß zu legen – und Punkt.

Wand mit kleinen Fliesen - Ausbildung zum Fliesenleger 2024 Hamm

Es gibt sehr kleine Fliesen wie hier…. Foto: Michael Girkens

Eine riesige Fliese - Ausbildung zum Fliesenleger 2024 Hamm

…oder riesige wie hier. Zum Vergleich: Alexander Löscher ist 1,89 Meter groß. Foto: Michael Girkens

Unbestritten ist, dass sich der Job des Fliesenlegers massiv verändert hat. Das liegt an vielen Aspekten. Fliesen heute gibt es in allen Größen und Farben – bis zur 1,20 mal 2,70 Meter großen Fliese, die den 1,89 Meter großen Chef deutlich überragt. Es liegt an den Farben und Motiven, die die Fliesen bieten, an neuen Techniken wie die Beleuchtung durch LED-Bänder in den Fugen oder elektrischen Fußbodenheizungen, die schneller gelegt sind als eine herkömmliche Fußbodenheizung. Und es liegt an den Arbeiten, die dazu gekommen sind – Strukturputz auftragen, Ablaufrinnen einbauen, Barrierefreiheit herstellen sind da nur einige der Stichworte.

Ausbildung in Betrieb, Berufsschule, Bauhof

Drei Jahre dauert die Ausbildung zum oder zur „Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in“ und ruht auf drei Säulen: Ausbildung im Betrieb, in der Berufsschule und im Bauhof – letzterer liegt für Marlon Sell in Soest. Für ihn wie für seinen 54 Jahre alten Chef Alexander Löscher ist vor allem das Lernen im Lehrbetrieb zentral: Alle aktuellen Techniken in der sich schnell entwickelnden Branche werden hier aus- und eben eingeübt.

Fliesen Löscher hat viel Erfahrung in der Ausbildung. Das von Alexander Löschers Vater vor 60 Jahren gegründete Unternehmen hat im Laufe der Jahrzehnte rund 50 Fliesenleger ausgebildet, und die derzeit 20-köpfige Belegschaft besteht hauptsächlich aus früheren Azubis – gerade mal zwei lernten ihr Handwerk nicht bei Löscher.

Alexander Löscher vor einer bunt gefliesten Wand - Ausbildung zum Fliesenleger 2024 Hamm

Der Fliesenleger ist ein kreativer Beruf geworden, weiß Unternehmer Alexander Löscher, Inhaber von Fliesen Löscher. Foto: Michael Girkens

Sanierung und Neugestaltung von Badezimmern

Neben den handwerklichen Kompetenzen spielen auch Kreativität und das Zwischenmenschliche eine Rolle, wenn man seinen Job als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger gut machen will. Denn auch der Kontakt mit den Kunden ist wichtig. Welche Wünsche hat der Kunde? Entwickelt er weitere Vorstellungen? Braucht er weitere Beratung, auch wenn das erste Beratungsgespräch schon stattgefunden hat? Der größte Teil der Arbeiten besteht in der Sanierung und Neugestaltung von alten Badezimmern in privaten Häusern – da ist ein guter Draht zum Kunden ausgesprochen hilfreich.

Denn die Fliesen haben sich ja nicht nur in der Größe verändert, sondern auch im Design. Gab es früher Farben wie hellgelb oder froschgrün, so werden heute auch Motive mit eingebrannt. Marlon Sell zum Beispiel klebte auf seiner Baustelle Fliesen in Küche und Wohnzimmer, die wie Holzplanken aussahen.

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Drei Antworten von …

Markus Mies, Obermeister

… Markus Mies, Obermeister der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger-Innung Hellweg-Lippe

1. Was ist für Sie das Beste an Ihrem Handwerk?

Wir gestalten Wand- und Bodenflächen und verschönern dadurch die Räume der Kunden.

2. Was können junge Menschen nach der Ausbildung in diesem Handwerk machen?

Nach einer erfolgreichen Ausbildung kann man eine Weiterbildung als Techniker, Meister oder als Polier in Vollzeit oder berufsbegleitend machen.

3. Was überrascht die Menschen am meisten, wenn Sie von Ihrem Handwerk erzählen?

Die meisten sind überrascht, wie vielseitig der Beruf des Fliesenlegers ist. Bevor die Fliesen verlegt werden können, müssen einige Vorarbeiten erledigt werden. Diese sind zum Beispiel das Schleifen von alten Untergründen, das Verputzen von Wandflächen, das Erstellen von Estrich sowie Abdichtungsarbeiten und Mauererarbeiten.

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3 Jahre

 

Monatliche Vergütung ab:

935 € im 1. Lehrjahr
1230 € im 2. Lehrjahr
1495 € im 3. Lehrjahr

 

Abgeschlossene Ausbildungsverträge in 2023:

13 / 51 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Soest, Dortmund

 

Zahl der Innungsbetriebe:

58

DER BERUF IN ALLER KÜRZE

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-innen verkleiden und gestalten Wände, Böden und Fassaden mit Mosaiken, Fliesen und Platten, zum Beispiel für Küchen, Bäder, Hausfassaden, Schwimmbäder (innen und außen) oder Fußböden. Sie bereiten den Untergrund vor, verlegen die Materialien und füllen die Fugen auf. Dabei beachten sie sowohl Sauberkeits- und Hygieneaspekte sowie optische Gesichtspunkte.

Selbstverständlich bessern sie zudem alte und beschädigte Beläge aus.

Weitere Infos zu den Berufen unter: www.bauberufe.net

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