Stuckateure sind die Allrounder im Bauhandwerk, wobei die plastischen Verzierungen aus Gips, Kalk oder Zement, die seit der Antike Decken und Fassaden schmücken und dem Beruf seinerzeit seinen Namen gegeben haben, nur noch selten gefragt sind.

"Der Anteil an reinen Stuckarbeiten liegt bei uns aktuell bei unter fünf Prozent", sagt Geschäftsführer Christian Them, der den Stuckateurbetrieb Weber Stuck & Putz mit seinem Schwager Jürgen Steimann führt. Stattdessen arbeiten das Soester Unternehmen an Decken und Wänden, gestaltet komplette Außenfassaden und bringt Wärmedämmverbundsysteme an.

"Mit unserer Spezialisierung auf effektive und effiziente Wärmedämmverbundsysteme, bei denen die Energieeffizienz des Gebäudes im Fokus steht, sind wir echte Klimaschützer", so Christian Them. "Wir arbeiten mit besonderer Sorgfalt an bauphysikalischen Schwachstellen wie Fenstern und Fensterbankanschlüssen. Dabei setzen wir verschiedene Dämmstoffe ein – wie beispielsweise Polystyrol (EPS) und Mineralwolle."

Stuckateur Hubert Graf mischt Mörtel an. Traumberufe Stuckateur 2026
Bevor es an die Fassadendämmung geht, mischt Stuckateur Hubert Graf den passenden Mörtel an. Foto: Gabi Bender

Weitere Schwerpunkte des Meisterbetriebs, der seinen Sitz im Ferdinand-Gabriel-Weg 9 in Soest hat, sind Sanierungen von Altbauten sowie Putzarbeiten im Innen- und Außenbereich. Beim Innenputz kommen unterschiedliche Putzsysteme zum Einsatz. "Einlagige Gipsputze erzeugen sehr glatte Oberflächen, zweilagige Kalk-Zement-Putze hingegen punkten durch feinkörnige Oberflächen und Kalkputze eignen sich sehr gut für Allergiker", erläutert Stuckateurmeister Jürgen Steimann. "Sanierputze, die sich sehr gut für die Bearbeitung durchfeuchteter Mauern eignen, setzen wir beispielsweise bei denkmalgeschützten Bauten ein." Außerdem nutzt das Team Lehmputze, die nachhaltig und ökologisch sind und für ein behagliches Wohnklima sorgen.

Bei der Gestaltung von Fassaden setzen die Stuckateure von Weber Stuck & Putz auf mineralische Systeme auf Kalk-Zement-Basis. "Auf Wunsch bringen wir nach Unterputz und vor dem Auftragen des Oberputzes auch noch eine vollflächige Armierungsschicht mit Gewebeeinlage ein, um das Rissrisiko zu minimieren."

Stuckateur Wojciech Kolanko bringt Dämmplatten an einem Gebäude an. Traumberufe Stuckateur 2026
Echte Maßarbeit ist beim Wärmedämmverbundsystem gefragt, das Stuckateur Wojciech Kolanko an einem Firmengebäude in Soest anbringt. Foto: Gabi Bender

Zum Team von Weber Stuck & Putz gehören neben knapp 20 Mitarbeitern auch zwei Nachwuchskräfte, die bei dem Soester Meisterbetrieb die Ausbildung zum Stuckateur machen. "Wer bei uns die Ausbildung machen möchte, sollte handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Interesse am Handwerk mitbringen", zählt der Stuckateurmeister auf. "Außerdem sind uns Teamfähigkeit und ein respektvoller Umgang mit Kollegen und Kunden sehr wichtig."

Eine der Grundvoraussetzungen für die Arbeit als Stuckateur ist außerdem Wetterfestigkeit. "Wir arbeiten drinnen und draußen", sagt Christian Them. Gerade die Arbeit an der frischen Luft berge aber auch immer wieder unerwartete Einblicke. "Wenn wir rückseitige Fassaden verputzen oder dort Wärmedämmverbundsysteme anbringen, kommen wir in viele Gärten und sind dann regelmäßig positiv überrascht, wie groß die Grundstücke sind und wie schön es doch in den Städten ist."

Neben Privatkunden gehören auch Gewerbekunden, Bauträger und Industrieunternehmen, kirchliche Institutionen sowie Kommunen zu den Kunden des Soester Traditionsbetrieb, der auf eine über 45-jährige Historie zurückblicken kann.

Drei Antworten von...

...Klaus Hammeke, Obermeister der Stuckateur-Innung Hellweg-Lippe

Obermeister Klaus Hammeke

Warum lohnt es sich heute, gerade in Ihrem Handwerk einzusteigen – und was macht den Beruf des Stuckateurs besonders spannend?

Der Beruf des Stuckateurs ist äußerst vielseitig. Das Tätigkeitsfeld reicht von Innen- und Außenputzarbeiten über die Sanierung von Altbauten bis zu Trockenbauarbeiten und der Ausführung von Wärmedämmverbundsystemen. Dabei sind unterschiedliche Fertigkeiten und Techniken gefragt, sodass die Arbeit abwechslungsreich bleibt und immer neue Herausforderungen bietet.

Wer sich für diesen Beruf entscheidet, kann zudem optimistisch in die Zukunft blicken. Insbesondere die energetische Sanierung von Gebäuden wird in den kommenden Jahrzehnten eine zentrale Rolle spielen und für eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften sorgen.

Wie verändert sich die Ausbildung in ihrem Handwerk, damit Auszubildende bestens auf die Zukunft vorbereitet sind?

Die Ausbildung vermittelt sowohl traditionelle handwerkliche Fähigkeiten als auch moderne Arbeitsweisen und den professionellen Einsatz zeitgemäßer Maschinentechnik. Darüber hinaus schaffen die neuen Räumlichkeiten im Bildungszentrum in Soest optimale Voraussetzungen für eine praxisnahe, effektive und zukunftsorientierte Ausbildung.

Welche neuen Technologien, Materialien oder digitalen Entwicklungen prägen heute den Berufsalltag der Stuckateure?

Unser Handwerk verbindet bewährte Tradition mit moderner Technik. Deshalb ist es wichtig, den Auszubildenden zunächst ein solides handwerkliches Fundament zu vermitteln und sie gleichzeitig mit dem Einsatz moderner Maschinen und Arbeitsverfahren vertraut zu machen.

Trotz aller technischen Entwicklungen bleibt das handwerkliche Können der Kern unseres Berufs. Die Maschinentechnik unterstützt die Arbeit, ersetzt jedoch nicht die fachliche Kompetenz und das Geschick des Stuckateurs.

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