Manchmal sind es die kleinen Dinge, die große Veränderungen mit sich bringen. Bei Magnus Kipping war es ein Flyer, den er beim Berufsbildungszentrum (BBZ) in Soest erhalten hat. "Ich hatte mich dort nach offenen Ausbildungsplätzen erkundigt, da ich zwar wusste, dass ich etwas Handwerkliches machen möchte, aber keine Ahnung hatte, was genau", erinnert sich der Soester. Da kam der Flyer vom Stuckateurbetrieb Weber Stuck & Putz genau richtig.

Spontan entschied sich der 20-Jährige dafür, ein einwöchiges Praktikum bei dem Soester Meisterbetrieb zu absolvieren. "Dabei ist mir schnell klargeworden, dass ich bei diesem Betrieb meine Ausbildung machen möchte." Mittlerweile ist Magnus Kipping im zweiten Lehrjahr und schätzt seine Arbeit nach wie vor. "Es ist eine schöne und abwechslungsreiche Arbeit, denn man macht jeden Tag etwas anderes. Die Baustellen wechseln und auch die Zusammensetzung der Teams, mit denen man vor Ort ist, variiert."

Trotz aller Abwechslung ist der morgendliche Start in den Arbeitstag identisch. "Wir treffen uns um 6 Uhr im Betrieb im Ferdinand-Gabriel-Weg 9 in Soest, ziehen uns um und besprechen, welche Baustellen angefahren werden und welche Arbeiten dort jeweils erledigt werden müssen", berichtet der Azubi. "Anschließend beladen wir die Firmenfahrzeuge mit den Materialien und Werkzeugen, die vor Ort gebraucht werden, und fahren los."

Jürgen Steimann (links) und Magnus Kipping bringen Materialien zur Baustelle. Traumberufe Stuckateur 2026
Stuckateurmeister Jürgen Steimann (weißer Hoodie) und Azubi Magnus Kipping bringen Materialien zur Baustelle. Foto: Gabi Bender

Auf der Baustelle werden zunächst die Kabeltrommeln aus den Transportern geholt, denn für die Schneidemaschinen bei Fassadendämmungen sowie den Quirl für Mischarbeiten benötigen wir Strom. Danach folgen die Baustoffe und Werkzeuge und dann beginnt die eigentliche Arbeit." In der Regel verbringen die Mitarbeiter den ganzen Tag auf derselben Baustelle, wobei es auch vorkommen kann, dass an einem Arbeitstag mehrere Baustellen angefahren werden.

An seine erste Baustelle kann sich Magnus Kipping noch sehr gut erinnern. "Das war ein Einfamilienhaus im Neubaugebiet im Soester Norden, das wir mit einem Wärmedämmverbundsystem gedämmt haben. Das war ganz schön anstrengend, denn ich musste erst einmal lernen, was wie gemacht werden muss", erinnert sich der 20-Jährige, aber es war auch ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich dabei geholfen habe, die Dämmung für das Haus fertigzustellen."

Neben der Arbeit im Betrieb lernen die angehenden Stuckateure auch jede Menge bei den Lehrgängen im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung, die im BBZ in Soest stattfinden, und eignen sich theoretisches Fachwissen im Unterricht in der Berufsschule an. "Im ersten Lehrjahr findet die Berufsschule im Börde-Berufskolleg in Soest statt, ab dem zweiten Lehrjahr im Hans-Schwier-Berufskolleg in Gelsenkirchen – jeweils als Blockunterricht. Während der Nachwuchs im ersten Jahr kaum im Ausbildungsbetrieb ist, steigt der Anteil der praktischen Arbeit auf Baustellen stetig an, so dass die Azubis im dritten Lehrjahr dort hauptsächlich im Einsatz sind.

Stuckateur Hubert Graf beobachtet, wie Azubi Magnus Kipping die richtige Lage einer Styroporplatte prüft. Traumberufe Stuckateur 2026
Stuckateur Hubert Graf beobachtet, wie Azubi Magnus Kipping die richtige Lage einer Styroporplatte prüft. Foto: Gabi Bender

Wer sich für die dreijährige Ausbildung zum Stuckateur interessiert, müsse auf jeden Fall Spaß daran haben, sich die Hände schmutzig zu machen, sagt Magnus Kipping, denn "dreckige Hände gehören einfach dazu". Außerdem seien Motivation und Teamfähigkeit sehr wichtig, denn auf der Baustelle arbeiten die Mitarbeiter von Weber Stuck & Putz Hand in Hand.

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