Perfekt gedämmte Fassaden, verputzte Innenwände, individuelle Raumgestaltung durch den Einbau von Trockenbauelementen sowie das Legen von Estrich. Das Leistungsportfolio der MPE-Ausbau GmbH ist groß, die Arbeit entsprechend vielfältig.

Das sehen auch Tim und Jan Lukowicz so. Die beiden Zwillingsbrüder (23) folgten ihrem großen Bruder Jonas etwas verspätet in die Ausbildung zum Stuckateur im jungen, erst 2018 gegründeten Betrieb. Beide fingen als Kfz-Mechatroniker und Elektroniker in technischen Berufen an, bevor sie ihr Talent zur Gestaltung entdeckten. "Der Beruf ist vielseitig. Stuckateure machen ganz unterschiedliche Sachen", weiß Jan Lukowicz nach über zwei Lehrjahren an der Beverstraße in Hamm-Herringen. Er arbeitet am liebsten draußen an der Fassade. "Und ich mag es, im Innenausbau zu verspachteln." Sein Bruder Tim trägt gerne Scheibenputz auf, zum Beispiel nach der Installation von Wärmedämmverbundsystemen.

Übungsraum Fenstereinfassung Stuck. Traumberufe Stuckateur 2026
Schmuckstücke wie diese Fenstereinfassung sind ebenfalls Bestandteil der praktischen Lehreinheiten. Foto: Markus Liesegang

"Man darf gleich richtig mitarbeiten"

Was zeichnet den Arbeitgeber aus? "Du darfst gleich richtig mitarbeiten", erzählen beide. "Und das Team ist jung und locker drauf." Ebenso wie die Chefs, die die unterschiedlichen Arbeitsbereiche verantworten. Manuel Egbers ist gelernter Hochbautechniker, bei MPE-Ausbau für die Verputzungsarbeiten innen und außen sowie für Wärmedämmverbundsysteme zuständig. Sein Bruder Pascal ist Zimmermann – er steht für das P im Namen und für die gute Ausführung von Estrich, den Trockenbau und die Bodenbeläge.

Mit Rene Egbers ist inzwischen der dritte Bruder in die Firma integriert. Der gelernte Klempner stieg 2021 als Auszubildender zum Stuckateur ein und besuchte nach dem Abschluss nach verkürzter Lehrzeit die Meisterschule. Heute zeigt René Egbers gemeinsam mit seinem Ausbilder und Meister Alexander Überacker dem Nachwuchs die Tricks und Kniffe des Berufs.

Exemplare von Stuckateur-Arbeiten. Traumberufe Stuckateur 2026
Formenreich: Hier einige Arbeiten, die bei der überbetrieblichen Ausbildung im Bauhof entstehen. Foto: Markus Liesegang

Gutes Betriebsklima und Benefits

"Das ist extrem wichtig für unsere Firma, wir brauchen Nachwuchs und bilden ihn gerne selbst aus", betont Geschäftsführer Manuel Egbers. "Ich hab' auch Lust auf die Jungs, die können was", offeriert der Geschäftsführer den Brüdern Lukowicz die Übernahme.

Die Firma lockt mit einem guten Betriebsklima inklusive Sommerfest und Grillen. Außerdem gibt es Benefits wie eine private Krankenzusatzversicherung. "Wir drei Brüder spielen zudem alle in derselben Fußballmannschaft, dem TuS Wiescherhöfen", erzählt Pascal Egbers und bekräftigt damit den Teamgedanken bei MPE-Ausbau.

Lange sind Jan und Tim Lukowicz nicht mehr in der Ausbildung. Im August beginnt das letzte Lehrjahr, im kommenden Jahr machen die Zwillinge die Gesellenprüfung. Manuel Egbers glaubt an das Talent und den Ehrgeiz sowohl der Zwillinge als auch des dritten Azubis, Taylor Ben Hahne: "Vielleicht stehen sie dann wie Tom Malkemper und unser Bruder Rene als Bestprüflinge auf der Bühne."

"Ich denke, wir haben uns genau richtig entschieden", sagt Jan Lukowicz zur Berufswahl und zur Wahl des Arbeitgebers. Vielleicht wird er irgendwann seinen Meister machen. Ihr Lehrherr ist voll des Lobes: "Das Zeug dazu hätten beide."

Drei Antworten von...

...Klaus Hammeke, Obermeister der Stuckateur-Innung Hellweg-Lippe

Obermeister Klaus Hammeke

Warum lohnt es sich heute, gerade in Ihrem Handwerk einzusteigen – und was macht den Beruf des Stuckateurs besonders spannend?

Der Beruf des Stuckateurs ist äußerst vielseitig. Das Tätigkeitsfeld reicht von Innen- und Außenputzarbeiten über die Sanierung von Altbauten bis zu Trockenbauarbeiten und der Ausführung von Wärmedämmverbundsystemen. Dabei sind unterschiedliche Fertigkeiten und Techniken gefragt, sodass die Arbeit abwechslungsreich bleibt und immer neue Herausforderungen bietet.

Wer sich für diesen Beruf entscheidet, kann zudem optimistisch in die Zukunft blicken. Insbesondere die energetische Sanierung von Gebäuden wird in den kommenden Jahrzehnten eine zentrale Rolle spielen und für eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften sorgen.

Wie verändert sich die Ausbildung in ihrem Handwerk, damit Auszubildende bestens auf die Zukunft vorbereitet sind?

Die Ausbildung vermittelt sowohl traditionelle handwerkliche Fähigkeiten als auch moderne Arbeitsweisen und den professionellen Einsatz zeitgemäßer Maschinentechnik. Darüber hinaus schaffen die neuen Räumlichkeiten im Bildungszentrum in Soest optimale Voraussetzungen für eine praxisnahe, effektive und zukunftsorientierte Ausbildung.

Welche neuen Technologien, Materialien oder digitalen Entwicklungen prägen heute den Berufsalltag der Stuckateure?

Unser Handwerk verbindet bewährte Tradition mit moderner Technik. Deshalb ist es wichtig, den Auszubildenden zunächst ein solides handwerkliches Fundament zu vermitteln und sie gleichzeitig mit dem Einsatz moderner Maschinen und Arbeitsverfahren vertraut zu machen.

Trotz aller technischen Entwicklungen bleibt das handwerkliche Können der Kern unseres Berufs. Die Maschinentechnik unterstützt die Arbeit, ersetzt jedoch nicht die fachliche Kompetenz und das Geschick des Stuckateurs.

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