Fliesen, früher hauptsächlich eingesetzt, um Wände und Böden vor eindringendem oder austretendem Wasser zu schützen, sind mittlerweile zu einem wichtigen Gestaltungselement geworden.

Mit dem Wandel vom rein praktischen Bauelement hin zum multifunktionalen Stylingprodukt hat sich auch die Vielfalt der Fliesen stetig erweitert. Nicht nur bei der Größe hat der Kunde die Qual der Wahl, denn die Bandbreite reicht von Mosaik bis XXL. Auch im Hinblick auf das Aussehen bleiben kaum Wünsche offen. Ob Holz, Laminat, Parkett, Marmor, Beton, Zement oder Metall – Fliesen in diesen Optiken sind oft kaum vom dargestellten Material zu unterscheiden.

Diese stetig gewachsene Vielfalt bietet Fliesenlegern mehr Möglichkeiten. Allerdings muss trotz aller Kreativität das Fundament stimmen. Denn damit Fliesen und Natursteine nicht nur ihre optische Wirkung entfalten, sondern auch ihre Funktionalität erfüllen können, müssen Fliesen-, Platten- und Mosaikleger – wie der Beruf offiziell heißt – über jede Menge Fachwissen verfügen.

Dieses möchte sich auch Soufian Moussa aneignen. Seit Anfang August macht er deshalb eine Ausbildung zum Fliesenleger bei der Fliesen Kanne GmbH. Auf das Erwitter Unternehmen war der 21-Jährige über einen Freund aufmerksam geworden. "Er arbeitet dort als Fliesenleger und hat mir erzählt, wie gut ihm die Arbeit gefällt und dass die Zusammenarbeit im Team sehr gut ist", erzählt der Lippstädter, der daraufhin ein zweiwöchiges Praktikum bei Fliesen Kanne absolvierte. Danach war er sich sicher: "Ich möchte Fliesenleger werden."

Daniel Bialek (rechts) hilft Soufian Moussa beim Aufbringen des Fliesenklebers. Traumberufe Fliesenleger 2026
Fliesenleger Daniel Bialek (rechts) gibt dem Azubi Soufian Moussa, der im August seine Ausbildung begonnen hat, Tipps, wie er den Zahnglätter optimal führt. Foto: Gabi Bender

Damit alle Azubis der Innung Hellweg-Lippe über dieselben Grundfertigkeiten verfügen, trainieren sie diese gemeinsam im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) im Berufsbildungszentrum (BBZ) der Kreishandwerkerschaft in Soest. Außerdem schnuppern die angehenden Fliesenleger dort im ersten Lehrjahr jeweils eine Woche in weitere Berufe des Bauhauptgewerbes hinein, zu dem unter anderem die Jobs zählen, die für den Rohbau von Gebäuden wichtig sind.

So wird Soufian Moussa in dieser Zeit beispielsweise in den Ausbildungsräumen der Stuckateure, Maurer und Zimmerern von den jeweiligen Ausbildern nicht nur mehr über die Tätigkeiten erfahren, sondern auch praktisch in diesen Arbeiten geschult. Das sorgt für ein besseres Verständnis für die anderen Gewerke, die auf Baustellen – gerade bei Neubauten – nicht selten parallel tätig sind. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen die angehenden Fliesenleger ihre Fertigkeiten bei den ein- bis zweiwöchigen Lehrgängen in der ÜLU, wobei sie im dritten Lehrjahr nur noch einmal im BBZ sind.

Für die theoretischen Inhalte der Fliesenlegerausbildung besucht Soufian Moussa im ersten Lehrjahr das Börde-Berufskolleg und danach das Fritz-Henßler-Berufskolleg in Dortmund. Die meiste Zeit verbringt der 21-Jährige, der vor vier Jahren aus Niger nach Lippstadt gekommen ist, aber im Betrieb beziehungsweise auf den privaten, gewerblichen und kommunalen Baustellen des Erwitter Unternehmens. "Mir macht die Arbeit Spaß, weil die Tätigkeiten so abwechslungsreich sind und wir so ein tolles Team haben."

Soufian Moussa (links) und Daniel Bialek verlegen eine XXL-Fliese mit einem Vakuum-Saugnapf. Traumberufe Fliesenleger 2026
Bei der Verlegung von großen Fliesen nutzt Azubi Soufian Moussa (links) einen Vakuum-Saugnapf. Fliesenleger Daniel Bialek unterstützt ihn dabei. Foto: Gabi Bender
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