Trecker fahren konnte Mika Baust schon Jahre, bevor er seinen Führerschein gemacht hat. So oft es möglich war, brauste der Esloher mit seinem Gefährt zu seinem Nachbarn, der einen Bauernhof mit rund 100 Kühen bewirtschaftet. Richtig mitanpacken konnte er mit seinem Traktor allerdings noch nicht, denn es handelte sich um einen Trampeltrecker.

Mittlerweile sind die Fahrzeuge, mit denen sich der 17-Jährige fast täglich beschäftigt, deutlich größer und verfügen über wesentlich mehr PS, denn Mika Baust macht gerade seine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker bei der Krengel Landtechnik GmbH & Co. oHG in Sundern – gemeinsam mit dem 18-jährigen Ben Wrede. "Meine Eltern haben Pferde und betreiben etwas Landwirtschaft", so der Sunderner. "Da mein Vater Kfz-Mechaniker, Fachrichtung Nutzfahrzeuge, ist, haben wir bei uns regelmäßig Bagger, Trecker, Raupen und Anbaugeräte repariert und das hat mich schon immer fasziniert."

Traumberufe Land- und Baumaschinenmechatroniker 2026
Im Rahmen einer Inspektion eines VALTRA-Traktors wechselt Mika Baust den Luftfilter. Foto: Gabi Bender

Bei ihrer Ausbildung begeistert die beiden besonders die Arbeit an den großen Maschinen und die Vielfalt der Tätigkeiten. "Außerdem ist es immer ein tolles Gefühl, wenn ein Kunde mit einer kaputten Maschine zu uns kommt, wir mithelfen können, diese zu reparieren, und er dann mit dem Fahrzeug, bei dem alles wieder läuft, zufrieden vom Hof fährt", sagt Ben Wrede.

Um sich das Fachwissen anzueignen, das es braucht, um die vielfältigen Fahrzeuge reparieren und warten zu können, müssen die angehenden Land- und Baumaschinenmechatroniker jede Menge lernen. Denn in diesem Beruf stehen nicht nur Mechanik und Elektronik auf dem Lehrplan, sondern auch Hydraulik und Pneumatik. Auch IT-Kenntnisse sind wichtig, denn bei der Suche nach der Ursache von Störungen und Fehlern werden auch Laptops eingesetzt.

Neben der Arbeit im Ausbildungsbetrieb gehen die beiden Azubis abwechselnd ein- beziehungsweise zweimal in der Woche in die Berufsschule, dem Berufskolleg Olsberg, und besuchen ab dem zweiten Lehrjahr im Rahmen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) Lehrgänge im Berufsbildungszentrum in Arnsberg und dem Ausbildungszentrum Deula in Warendorf. Im ersten Lehrjahr der dreieinhalbjährigen Ausbildung hat der Nachwuchs noch keine ÜLU-Lehrgänge. "Diese beginnen erst nach der Zwischenprüfung, damit wir vorher lange genug in der Schule sind, um alles für diese Prüfung zu lernen."

Traumberufe Land- und Baumaschinenmechatroniker 2026
Azubi Ben Wrede reinigt einen 7,20 Meter breiten MAJOR-Sichelmulcher, der gerade verkauft worden ist und anschließend ausgeliefert wird. Foto: Gabi Bender

Wer sich für den Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers interessiert, sollte technisches Verständnis mitbringen und gerne im Team arbeiten. "Außerdem sollte man mitanpacken können und sich auch mal dreckig machen wollen", ergänzt Ben Wrede. In den Beruf und den Betrieb hineinschnuppern kann man am besten im Rahmen eines Praktikums. "Aus den Praktikanten werden bei uns regelmäßig Azubis", berichtet Hubertus Krengel, Geschäftsführer des Familienbetriebs, der seinen Sitz im Rothländerweg 22 hat. Landwirtschaftliche Vorkenntnisse wie bei Mika Baust und Ben Wrede sind nicht erforderlich, aber nützlich, wobei Land- und Baumaschinenmechatroniker auch in anderen Branchen gefragt sind wie beispielsweise der Forstwirtschaft und der Landschaftspflege.

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