Als Laura Ramsel nach der Schulbank an der Sekundarschule Rüthen ins Berufsleben gestartet ist, ging es für die 17-Jährige erst einmal zurück in den Kindergarten. "An mein erstes Projekt kann ich mich noch sehr gut erinnern", erzählt die Auszubildende. "Wir haben in der Küche einer Kindertagesstätte 30 x 30 Zentimeter große, weiße Fliesen verlegt und in den sanitären Anlagen sogar 30 x 60 Zentimeter große Fliesen."
Dabei hat die Rüthenerin schnell gemerkt, wie viel Spaß ihr die Tätigkeiten machen, und so entschied sie sich dafür, eine Ausbildung zur Fliesenlegerin zu machen. "Meine Eltern und auch meine Freunde waren zuerst überrascht über meine Wahl, haben mich aber immer unterstützt." In ihrer Berufsschulklasse am Börde-Berufskolleg in Soest, wo sie im ersten Lehrjahr gemeinsam mit angehenden Maurern, Zimmerern, Stuckateuren, Dachdeckern und natürlich Fliesenlegern jede Menge Grundlagenwissen gelernt hat, war die 17-jährige zwar die einzige Fliesenlegerin, aber dank einer Zimmerin nicht die einzige weibliche Nachwuchskraft.

"Seit dem zweiten Lehrjahr findet der Berufsschulunterricht für die Fliesenleger im Fritz-Henßler-Berufskolleg in Dortmund statt, wo wir eine reine Fliesenlegerklasse sind", erzählt Laura Ramsel weiter, "und auch in dieser Klasse gibt es noch eine weitere Auszubildende." Auch wenn die männlichen Azubis deutlich in der Überzahl sind, ist der Beruf für jedes Geschlecht geeignet. "Körperliche Fitness ist neben handwerklichem Geschick schon wünschenswert, aber auch eher zierliche Personen können die Arbeit gut schaffen", ist sich Fliesenlegermeister Carl Mies sicher und ergänzt: "Das Fitnessstudio kann man sich als Fliesenleger allerdings oftmals sparen."
Der 26-jährige Juniorchef bildet die Schnittstelle zwischen dem Büro, in dem sein Vater, Fliesenlegermeister Markus Mies, Angebote macht und Planungen erstellt, die seine Mutter Corinna Mies in aussagekräftige 3D-Zeichnungen umsetzt. "Ich bin derzeit zu 80 Prozent auf unseren Baustellen unterwegs und kümmere mich darum, dass die Projekte wie geplant umgesetzt werden."

Und die Projekte sind so vielfältig wie die auszuführenden Arbeiten und die Fliesen, die dabei zum Einsatz kommen. Ob Privathäuser, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, kommunale Einrichtungen, Industrie- oder Gewerbeobjekte – Fliesen und Natursteine bieten unendliche Möglichkeiten und sind daher in nahezu jedem Gebäude zu finden.
"Besonders viel Spaß macht mir das Verlegen von Wandfliesen und das Verfugen", sagt Laura Ramsel. "Sehr schwierig fand ich dagegen das Ziehen von Estrich, was wir im ersten Lehrjahr im Berufsbildungszentrum in Soest gelernt haben."
Auch auf den Baustellen gab und gibt es jede Menge zu lernen für die 17-Jährige. "Fliesen richtig zu schneiden, war am Anfang auch nicht einfach, denn man muss die richtige Menge Druck einsetzen, damit die Fliese an der richtigen Stelle bricht und die Glasur nicht wegplatzt. Aber das klappt mittlerweile auch schon ganz gut", so die Rüthenerin und resümiert: "Der Job ist herausfordernd, aber auch spannend und er macht mir sehr viel Spaß."







