Endlich ist es soweit: An diesem Sonntag, 28. Juni, kann Kim Novoselac beweisen, was sie während ihrer dreijährigen Ausbildung zur Friseurin gelernt hat. Die Prüfungsmappe, in der die 22-Jährige beschreibt, was sie in der praktischen Prüfung an ihren drei Modellen zeigen möchte, hat sie diese Woche fertiggestellt.
"Für das Damen-Modell, dem ich die Ansätze färbe, die Haare schneide und style sowie das Make-up mache, habe ich als Thema die Mailänder Fashion Week gewählt", verrät die Auszubildende. "Daher wird alles sehr elegant sein und das Make-up etwas kräftiger, fast schon ins Extravagante gehen." Auch für den Herren-Haarschnitt, bei dem die Auszubildenden zeigen sollen, dass sie aktuelle Frisurentrends sicher umsetzen können, hat sie einen Plan.

"Ich habe mich für einen Irokesen, kombiniert mit einem Burst Fade entschieden." Bei diesem modernen und markanten Style, der ein wenig rebellisch wirkt, bleiben die Haare auf dem oberen Kopfbereich deutlich länger, während die Seiten kurz sind und der Übergang bogenförmig um die Ohren verläuft. Beim dritten Modell – einer weiteren Dame – haben die Nachwuchs-Friseure die Wahl zwischen den Themen Haarverlängerung, Kosmetik, Coloration und Hochsteckfrisur, wobei sich Kim Novoselac für Letzteres entschieden hat. Außerdem muss sie in der Gesellenprüfung noch ein Beratungsgespräch führen. Wenn alles gut läuft, steht ihrer Freisprechung am 20. Juli nichts mehr im Wege.
Nach der dreijährigen Ausbildung bleibt die 22-Jährige ihrem Ausbildungsbetrieb treu. "Meine Chefin Anna-Maria hat mich immer sehr unterstützt und ich fühle mich hier rundum wohl", erklärt Kim Novoselac. "Bei uns sind alle Teammitglieder Teil der Familie", ist das Credo der Ausbilderin Anna-Maria Forciniti, deren Bruder ebenfalls in dem Salon an der Langen Wende in Arnsberg-Neheim arbeitet.
Dass sie mal Friseurin werden würde, hätte Kim Novoselac nie gedacht. "Ich habe zwar früher meiner Mutter mit einer Küchenschere die Haare geschnitten, meiner Schwiegermutter die Haare gefärbt und meinem Vater den Bart gemacht, aber auf diese Idee bin ich nicht gekommen", erinnert sie sich. Der Funke ist erst später im Rahmen eines dreiwöchigen Praktikums in einem Friseursalon übergesprungen. "Da habe ich festgestellt, dass es mir voll Spaß macht."

Mittlerweile brennt die 22-Jährige regelrecht für ihre Arbeit und möchte auch andere dafür begeistern. Seit 2024 ist sie daher ehrenamtlich als Ausbildungsbotschafterin des Berufsbildungszentrums (BBZ) an Schulen unterwegs, wo sie unter anderem von der Vielseitigkeit des Berufs berichtet und den Voraussetzungen, die man mitbringen sollte. "Kreativität und das Interesse daran, etwas Neues zu lernen, sind wichtig, aber auch Geduld", zählt sie auf und fügt hinzu: "Denn es kommt immer wieder vor, dass etwas nicht sofort klappt, aber dann muss man dranbleiben."
Und die Beharrlichkeit lohnt sich, denn positive Rückmeldungen für ihre Arbeit erhalten Friseure jeden Tag. "Es ist toll", schwärmt Kim Novoselac, "wenn die Kunden nach Schneiden und Styling in den Spiegel schauen und die Augen leuchten."





