"Meine Mutter hat zu Hause auch frisiert, als Hobby allerdings", erzählt Nadine Mohammed. Die 19-Jährige hebt die Familientradition auf ein deutlich höheres Niveau. Sie lernt den Beruf der Friseurin im Salon von Bianca Friede an der Lange Straße 252, ist im dritten Ausbildungsjahr und wird im Sommer den Gesellenbrief in Händen halten.
"Ich denke, dass ich dann hier als Gesellin bleibe und weitere Erfahrungen sammle", sagt Nadine Mohammed mit Blick auf ihre berufliche Zukunft. Sicher habe sie langfristig den Meistertitel im Auge. Auch, um später vielleicht einmal einen eigenen Salon zu übernehmen.
"Richtig tolle Föhnfrisuren"
"Dazu benötigt man allerdings eine Fülle an Wissen, das weit über die Friseurausbildung hinausgeht", erklärt Friseurmeisterin Bianca Friede. Sie selbst machte sich erst 2021 selbstständig und übernahm den alteingesessenen Salon von Friedrich Lutterbeck – und somit die Haarschnitte von Damen wie Herren.

Nadine Mohammeds Favorit ist klar: "Damen", sagt sie. Sie arbeitet gerne mit den hohen Ansprüchen ihrer Kundinnen, sucht die Herausforderung. Männer seien zwar inzwischen durchaus modebewusster, auch mit Blick auf deren Frisur. Mit mehr Haar lässt sich allerdings mehr machen. "Nadine macht zum Beispiel richtig tolle Föhnfrisuren, einzig mit Föhn und Bürste", lobt ihre Ausbilderin. Also von Hand, nicht etwa mit dem Glätteisen.
Die Welt der Strähnen und Farben
Auf Handarbeit lege sie Wert, betont Bianca Friede. "Ein weiteres Steckenpferd von Nadine ist die Balayage", erzählt sie. "Das Ergebnis wirkt wesentlich natürlicher als andere Tönungstechniken."
Die Folientechnik gehört jedoch weiterhin zum Standard der Friseure, um Strähnchen ins Haar einzupflegen. Die beherrscht Nadine Mohammed ebenfalls – genau wie die sanfte Air-Touch-Technik. "Kein Wunder bei dieser Anleiterin", schwärmt Manni Schaeffer. Die Legende unter den Hammer Haarstylisten mit Salon in Bockum-Hövel war der Ausbilder und langjährige Arbeitgeber von Bianca Friede.
Ein Blick in die Welt des Showbiz
Die beiden blicken auf eine gemeinsame Vergangenheit, erinnern sich etwa an Fortbildungen der Innung in der Maxihalle mit bis zu 820 Friseuren. Ein Blick aus der Tür des eigenen Salons in die Welt des Showbiz mit Modellen und individuell gestalteten Frisuren. "Ein Motto war zum Beispiel Musical", erinnert sich Manni Schaeffer.

"Ich bin in jeder Hinsicht überzeugt von der guten Arbeit von Bianca", sagt Silke Meßmann. Die Stammkundin aus Ahlen sitzt gerade im Stuhl und vertraut Bianca Friedes Auszubildender ihre Haare an.
Nadine Mohammed hat bereits an Wettbewerben teilgenommen und Hochzeitsfrisuren eigenhändig kreiert. "Die Azubis sollen kreativ sein, sich etwas trauen", verlangt die Lehrherrin. "Freundlich sein und aufmerksam die Kundenwünsche berücksichtigen, aber auch darauf achten, ob die zum Typ passen", ergänzt die Friseurmeisterin.
Es muss auch menschlich passen
Offenheit für Neues sei genauso Grundvoraussetzung wie eine gewisse Fingerfertigkeit. "Und eine Auszubildende muss menschlich zu uns passen, der Teamspirit ist bei uns wichtig."
Bei Nadine Mohammed traf all das zu. Die 19-Jährige stellte sich zunächst im Praktikum vor und überzeugt durch die tägliche Arbeit an der Lange Straße 252. Die Chefin überzeugte auch. Nachfolger als Auszubildende hat Bianca Friede für diesen Sommer schon zwei gefunden.





