Es ist immer noch der beliebteste Ausbildungsberuf in Deutschland: Kfz-Mechatroniker. Das hängt mutmaßlich mit dem Arbeitsfeld zusammen. "Eine Affinität zum Auto sollte ein Auszubildender schon haben", erklärt Julius Franken, als Obermeister des Kammerbezirks Hellweg-Lippe kompetent in Sachen Nachwuchsarbeit.
Viele würden sich allerdings falsche Vorstellungen machen, meint Julien Schulte, Auszubildender im zweiten Lehrjahr in der Hammer VAG-Vertragswerkstatt, Hohe Straße 10-14. "Wir waren zu Beginn 31 in der Klasse, nach der Zwischenprüfung sind wir noch 24. Die Ausbildung ist schon anspruchsvoll." Reinschnuppern während der Schulpraktika sei sinnvoll, sich über die Ausbildungsinhalte informieren genauso. Julien Schulte besuchte in seiner Schulzeit gleich zwei Werkstätten und überzeugte Julius Franken mit seiner Affinität zum Kfz.

Autos sind ein cooles Werk der Menschheit
"Dieser Beruf war ein Kindheitstraum von mir", sagt der 21-jährige Hammer. "Autos sind ein cooles Werk der Menschheit." Handwerkliche Arbeit liege ihm außerdem. "Ich habe immer schon Dinge auseinander und wieder zusammengebaut."
Zum einen seien Noten in den MINT-Fächern wichtig, um den schulischen Anforderungen der Ausbildung gerecht zu werden, erklärt Julius Franken die weiteren Eckpunkte einer erfolgreichen Bewerbung in seinem Unternehmen. "Der Bewerber sollte sich für die physikalisch-technischen Hintergründe interessieren." An den drei Standorten der Vertragswerkstatt lernen momentan 25 angehende Kfz-Mechatroniker mit Spezialisierung Mechanik und Karosseriebau, aber auch Automobilkaufleute.
"Der Charakter der Bewerber ist uns ebenfalls wichtig", sagt Julius Franken. "Die menschlichen Kontakte sind wichtig im Team. Das muss passen. Wir sehen uns mit insgesamt 140 Mitarbeitern als große Familie." Es sei eine lockere Arbeitsathmosphäre in der Werkstatt, unterstreicht Julien Schulte die Aussage.

Eintauchen in Mechanik und Elektrik
Bremsanlagen instand zu setzen, nennt er als Lieblingstätigkeit in der Werkstatt. Zumindest im Moment. Denn im Laufe der dreieinhalb Lehrjahre lernt er bei Franken Mechanik und Elektrik aller Marken des Konzerns kennen, und das immer detaillierter. "Vor allem im letzten Lehrjahr werden ihnen die Feinheiten von VW, Audi, Skoda in spezifischen Fortbildungen nahegebracht", erklärt sein Lehrherr. "Und unser Ausbildungsleiter Jörn Peckedrath schaut bewusst nach Talenten und Vorlieben", ergänzt Julius Franken. Julien Schultes persönlicher Favorit ist Audi – wegen des sportlichen Anstrichs der Marke.
Stehenbleiben will er nicht. In welche Richtung es für ihn nach bestandener Gesellenprüfung gehen wird, weiß er bislang nicht genau. "Meister wäre eine Option oder auch Prüfingenieur." Im Unternehmen selbst gäbe es ebenfalls mannigfaltige Entwicklungsmöglichkeiten, beschreibt Julius Franken. "Es gibt bei uns 14 Expertenwege, ob für Fahrwerk, Getriebe oder Motor und so weiter. Unseren Mitarbeitern steht der Weg zum Servicetechniker offen. Wir unterstützen den Besuch der Meisterschule nebenberuflich. Es gibt mitarbeitende Meister, Werkstatt- und Teamleiter, Serviceberater, und, und, und …"






