Bei der Arbeit stets einen kühlen Kopf zu bewahren, ist nicht nur im Hochsommer ganz schön schwierig. Das wissen auch die zehn angehenden Mechatroniker für Kältetechnik, die derzeit bei der L&R Kältetechnik GmbH & Co KG in Sundern-Hachen ihre Ausbildung absolvieren und sich daher täglich mit "cooler Technik" beschäftigen.
"Wenn man beim Kunden nach dem Fehler für eine Störung in einer Anlage sucht, kann man schon ins Schwitzen kommen, denn das ist manchmal ganz schön schwierig", weiß Vincent Oppermann aus eigener Erfahrung. Der 20-Jährige ist bereits im Endspurt der Ausbildung und hat im Winter seine Abschlussprüfung.

"Während meines zweiten Lehrjahres war ich sehr lange in unserer Montage-Abteilung", erinnert sich der Hachener. "Meistens waren wir von montags bis donnerstags unterwegs und das war eine tolle Zeit, denn die Kollegen waren super, die Arbeit hat Spaß gemacht und jeder Tag war anders. Einmal waren wir sogar in der Schweiz und ein anderes Mal für zwei Wochen in Österreich." Die dabei gemachten Erfahrungen möchte Vincent Oppermann nicht missen.
Die abwechslungsreichen Projekte und die vielseitigen Tätigkeiten, die er bereits im Rahmen von Schulpraktika und Ferienjobs bei dem 1991 gegründeten Familienunternehmen kennengelernt hat, haben ihn schon damals begeistert. Sie waren es auch, die den ehemaligen Sekundarschüler dazu bewogen haben, die Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik zu machen.
Die Berufsbezeichnung gibt es erst seit August 2007, denn zuvor waren die Nachwuchskräfte nach abgeschlossener Ausbildung Kälteanlagenbauer. So wie Michael Frye, der im Anschluss noch seinen Meister drangehängt hat und nach 20 Jahren im technischen Vertrieb bei der L&R Kältetechnik für die Ausbildung zuständig ist. Diese hat in dem Sunderner Unternehmen einen hohen Stellenwert, denn der Betrieb hat sich auf Kälteanlagen spezialisiert, die individuell für jeden Kunden konzipiert und konstruieren, in die ganze Welt geliefert und vor Ort in Betrieb genommen werden.

"Wir liefern weltweit und sind in 30 Ländern mit Service-Stützpunkten vertreten", erklärt Michael Frye. "Unsere Kälteanlagen sind maßgeschneidert für die jeweiligen Produkte und Prozesse, für die sie gefertigt werden. Diese zu planen, zu bauen und zu warten erfordert ein hohes Maß an Fachwissen und Erfahrung. Zumal der Blumenstrauß an Anforderungen, mit denen die Kunden zu uns kommen, jedes Mal komplett anders aussieht. Das ist dann ein bisschen wie Lego-Technik für Große."
Zum Einsatz kommen die Kälteanlagen des Familienunternehmens, das gut 152 Mitarbeiter beschäftigt, in zahlreichen unterschiedlichen Branchen wie unter anderem der Medizin, der Oberflächentechnik, der Pharma- und der Kunststoffindustrie, im Spezial-Tiefbau und der Metallverarbeitung. "Wir bauen beispielsweise Anlagen für Blutplasma und medizinische Grundprodukte, die bei minus 80 Grad gelagert werden müssen und liefern die Kältetechnik für Ganzkörperkälteanwendungen und Cryozentren", so der 52-Jährige. "Auch bei Flugzeugturbinenprüfstellen, im Tunnelbau und der Lebensmittelherstellung wird unsere Kältetechnik genutzt."

Wer eine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik machen möchte, solle sich für Technik interessieren, Spaß an Physik und Mathe haben, zuverlässig und teamfähig sein. "Außerdem", ergänzt Michael Frye, "ist bei uns innovatives und kreatives Denken gefragt, denn wir machen keine Fließbandarbeit, sondern Sonderbau."





