Bei der Arbeit schmutzig machen? Kein Problem für Max Yanik, denn das gehört für den 18-Jährigen einfach dazu. "Ich mache die Ausbildung zum Maurer, weil ich nicht den ganzen Tag in einem Büro sitzen will, sondern lieber an der frischen Luft arbeite und außerdem etwas mit meinen eigenen Händen erschaffen möchte." Außerdem sei das Gefühl, das man hat, wenn man ein fertiges Gebäude sieht, an dem man mitgearbeitet hat, einfach "total geil".
Ein weiterer Pluspunkt seines Wunschberufs sei die Abwechslung. "Wir sind immer wieder auf neuen Baustellen, von denen keine genauso wie die andere ist." An seine erste kann sich der Azubi, der mittlerweile im zweiten Lehrjahr ist, noch gut erinnern. "Das war ein großes Einfamilienhaus, an dem ich im Rahmen eines einwöchigen Praktikums mitanpacken durfte." Die Tätigkeiten und die Zusammenarbeit im Team haben mir direkt gut gefallen. Besonders gern mauert und betoniert Max Yanik oder fertigt Schalungen, montiert Schalungssysteme oder setzt Bewehrungen ein, die er zum Teil zuvor aus Betonstahl selbst anfertigt.

Im Berufskolleg Meschede findet sein Berufsschulunterricht statt. Dort stehen neben berufsübergreifenden Fächern wie unter anderem Mathe, Deutsch und Datenverarbeitung auch berufsbezogene Fächer auf dem Stundenplan wie Bautechnische Kommunikation sowie Baustoff- und Baukonstruktionstechnik. Im ersten Lehrjahr hatten die Nachwuchsmaurer noch 14 Wochen in vier Unterrichtsblöcken, während es im zweiten und dritten Lehrjahr nur noch 13 beziehungsweise zehn Wochen Unterricht sind.
Im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung besucht Max Yanik die meist zweiwöchigen Lehrgänge im Berufsbildungszentrum (BBZ) in Arnsberg. "Dort haben wir unter anderem mit Dünnformat-Steinen gemauert und Treppen eingeschalt", erzählt der 18-Jährige, dem die Arbeit auf der Baustelle am meisten Spaß macht. Los geht es für den Nachwuchsmaurer morgens um 6 Uhr. "Dann treffen wir uns in der Firma, beladen die Fahrzeuge und fahren zu den Baustellen."
Die ersten Tage auf dem Bau waren für den Azubi nicht ohne. "Die körperliche Arbeit und immer in Bewegung zu sein – das war am Anfang natürlich ungewohnt für mich. Man denkt immer mal wieder, dass man etwas nicht schafft", so der Olsberger, "aber dann schafft man es doch und freut sich darüber." Zumal der firmeneigene Kran auf den Baustellen immer mit dabei ist.

"Bei einem normalen Einfamilienhaus werden von uns einige Sattelzüge an Material verarbeitet", sagt Marius Schmidt, der das Unternehmen Schmidt & Schmidt gemeinsam mit Katharina Kopff und Sigrid Schmidt leitet. "Die dabei häufig verbauten Steine wiegen allein pro Stück schon rund 17 Kilogramm. Wenn dann noch eine Betondecke gegossen wird, kommt schon einiges zusammen, denn 1 Liter Beton wiegt aufgrund seiner höheren Dichte zweieinhalbmal so viel wie 1 Liter Wasser. Daher wiegt ein Haus schnell 300 Tonnen und mehr. Da kann man sich das Fitnessstudio sparen."
Eine gewisse körperliche Fitness sei daher eine Grundvoraussetzung für den Beruf des Maurers. "Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte außerdem technisches Verständnis besitzen und die Bereitschaft haben, mit seinem Körper und seinen Händen zu arbeiten", zählt der 35-Jährige auf und ergänzt: "Und wetterfest müssen Bewerber natürlich auch sein."





