So gute Aussichten wie Michele Ziesmann haben wohl nur wenige Nachwuchshandwerker in ihrer Ausbildung. Denn als angehender Dachdecker beim Meisterbetrieb von Gregor Weigelt in Schwerte-Ergste arbeitet er fast ausschließlich draußen und oft in luftiger Höhe.
Gemeint sind allerdings nicht nur die oftmals beeindruckenden Aussichten bei der täglichen Arbeit auf den Dächern von Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern, Gewerbeimmobilien und weiteren Objekten, sondern auch die beruflichen Perspektiven. Denn neben der Möglichkeit, den Meister, den Staatlich geprüften Techniker oder den Betriebswirt im Handwerk zu machen, können sich Dachdecker auch in verschiedenen Themen spezialisieren. So spielen beispielsweise Photovoltaik-Manager eine Schlüsselrolle bei der Integration von Solartechnik in Dachkonstruktionen, während Gründach-Manager Experten bei der Planung, Installation und Pflege von Gründächern sind. Auch eine Fortbildung zum Gebäude-Energieberater ist möglich.

Über seine berufliche Zukunft hat sich Michele Ziesmann, der sich derzeit im letzten Jahr seiner Ausbildung befindet, schon Gedanken gemacht. "Der Plan ist es, später meinen Meister zu machen und irgendwann in meinem Leben auch mal eine eigene Firma aufzumachen oder eine zu übernehmen, denn ich möchte im Dachdecker-Handwerk Karriere machen."
Schon vor seiner Ausbildung war der Schwerter ein Jahr lang jeden Montag mit den Mitarbeitern des Dachdeckermeisters Gregor Weigelt unterwegs, denn im Rahmen seiner Zeit an der Gesamtschule Gänsewinkel, die er mit dem Realschulabschluss inklusive Q-Vermerk beendete, absolvierte er bei dem Betrieb ein Langzeitpraktikum. Doch bereits nach weniger als einem halben Jahr unterschrieb der Gesamtschüler dort seinen Ausbildungsvertrag.
Auf die Idee, bei einem Dachdecker-Meisterbetrieb anzuheuern, ist Michele Ziesmann während eines Ausflugs gekommen. "Ich war damals sehr oft mit meiner Familie in der Kletterhalle in Dortmund und fand es seinerzeit schon cool, oben auf dem Dach zu stehen und die Aussicht zu genießen", erinnert sich der Azubi. "Außerdem ist frische Luft auch immer schön." Zu seinen Lieblingstätigkeiten gehören das Arbeiten mit Holz und mit Metall sowie das Verschweißen von Abdichtungsfolien auf Flachdächern mit einem Heißluftföhn.

Im Winter starten die Dachdecker-Teams von Gregor Weigelt um 8 Uhr, im Sommer in der Regel um 7 Uhr, bei extrem hochsommerlichen Temperaturen wird der Arbeitszeitbeginn auch schon mal auf 6 Uhr vorverlegt. "Morgens geht der Chef mit uns die Baustellen durch, dann leeren wir die Fahrzeuge und packen sie für die Baustellen neu", sagt Michele Ziesmann. "Anschließend fahren wir zum Kunden, erklären ihm, was an dem Tag gemacht werden soll, und legen los."
"Das Verhältnis von Arbeit auf der Baustelle und im Betrieb liegt bei uns bei etwas 99:1", erläutert Geschäftsführer Gregor Weigelt. "In unserer Halle werden lediglich Werkstoffe zugeschnitten und -gerichtet sowie Bleche abgekantet." Derzeit lernen sechs Azubis den Beruf des Dachdeckers bei dem Unternehmen in Schwerte-Ergste. Wer dazugehören möchte, sollte sich durchsetzen können, mathematische Kenntnisse und handwerkliches Geschick besitzen, teamfähig und natürlich schwindelfrei sein. "Denn", so räumt der Dachdeckermeister ein, "es gehört schon etwas Mut dazu, in der Höhe zu arbeiten."







