Als Lehrlingswart betreut der Meister die momentan fünf Auszubildenden des Hammer Unternehmens mit insgesamt 30 Mitarbeitern. "Darunter ist auch ein Mädchen", erklärt er. Moderne Arbeitsmittel wie die eigene Kranflotte erleichtern die körperliche Arbeit.

Gerade eingestiegen in die Lehre ist Ole Nelle. Seit August steigt er den Menschen aufs Dach. "Aber ich darf jetzt schon viel machen", freut sich der 17-Jährige. Natürlich laufe zu Beginn der Ausbildung nicht alles rund, gibt Ole Nelle zu. Geselle David Postler und Marco Martins zeigen Verständnis und wie man es richtig angeht. Das Trio saniert gerade das Dach eines Einfamilienhauses in Lippetal-Oestinghausen.

Ole Nelle schneidet eine Dachlatte nach Maß. Traumberufe Dachdecker 2026
Beim Einkürzen der Dachlatten muss Dachdecker-Azubi Ole Nelle äußerst genau arbeiten. Foto: Markus Liesegang

"Wir arbeiten im Umkreis von 40 Kilometern, aber zu 85 Prozent in Hamm direkt", sagt Rose. Gute Planung sorge zudem dafür, dass kaum Überstunden anfallen.

Ole Nelle schätzt die Arbeit und sein junges Team. "Ich fühle mich hier immer wohl", lobt der Jüngste in der Frittgen-Mannschaft. "Der älteste ist 64 Jahre alt", so der Meister. Firmenevents wie Sommerfest und eine Weihnachtsfeier stärken das Miteinander.

Ein Freund überzeugte Ole Nelle von seinem neuen Arbeitgeber. "Er ist im zweiten Lehrjahr und hat öfter von der Arbeit erzählt", sagt er. "Das hörte sich interessant an." Außerdem habe die Firma Frittgen bei ihm zu Hause das Dach gemacht. Sein Ausbilder hätte kürzlich erst einen Wasserschaden begutachtet und den interessierten Jugendlichen aufgefordert, sich zu bewerben.

"Unser erster Blick gilt dem Zeugnis", erklärt Rose. "Dort sind die Fehlstunden notiert." Tugenden wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit seien wichtig. "Der zweite Blick betrifft das Zwischenmenschliche – es muss passen."

Das Team von Martin Frittgen Dachdecker GmbH, von links Ole Nelle, David Postler und Marco Martins. Traumberufe Dachdecker 2026
Azubi Ole Nelle (von links) kann viel lernen von Dachdecker-Geselle David Postler und Zimmermann Marco Martins. Foto: Markus Liesegang

Die Martin Frittgen Dachdecker GmbH ist auf jedem Dach zu Hause. "Wir bieten hochwertige PV-Anlagen komplett aus einer Hand an", so Rose. Das sei nicht uninteressant, da seit 2025 für Neubauten in NRW eine Solardachpflicht bestehe, ab diesem Jahr auch für Bestandsbauten, deren Dächer saniert würden.

Nicht uninteressant ist diese Erweiterung des Geschäftsfeldes auch für die Handwerker selbst. "Die Arbeit mit Holz hat mir schon immer Spaß gemacht und ich schätze die Vielfalt im Beruf", sagt Ole Nelle. Der Hauptschüler wird die Installation von Solarpaneelen noch genauso lernen, wie die anfallenden Spenglerarbeiten.

"Das Handwerk zieht vermehrt junge Leute", freut sich Rose. Und Ole Nelle spielt gedanklich mit den Möglichkeiten mit abgeschlossener Ausbildung: "Ja. Es ist ein Traum, später den Meister zu machen."

Drei Antworten von...

...Ulrich Ehrhardt, Obermeister der Dachdecker-Innung Hamm

Ulrich Ehrhardt, Obermeister Dachdecker-Innung Hamm

Warum lohnt es sich heute, gerade in Ihrem Handwerk einzusteigen – und was macht den Dachdecker-Beruf besonders spannend?

Der Dachdeckerberuf ist spannend, weil man jeden Tag sieht, was man geschaffen hat. Wir arbeiten im Team, draußen an der frischen Luft, und das auf immer anderen Baustellen. Langeweile kommt nicht auf. Dazu kommt: Unsere Aufgaben werden immer vielseitiger. Die Montage von PV‑Anlagen gehört schon lange zu unserem Beruf. Genau wie energetische Sanierungen von Dächern und Fassaden. Wir sind ein zentraler Teil der Energiewende. Wer heute einsteigen möchte, findet einen Beruf mit Sinn, Zukunft und echter Freude an der Arbeit, der auch in Zukunft nicht von einer KI übernommen werden kann.

Wie verändert sich die Ausbildung in Ihrem Handwerk, damit Auszubildende bestens auf die Zukunft vorbereitet sind?

Die Ausbildung im Dachdeckerhandwerk wird kontinuierlich weiterentwickelt, um junge Menschen optimal auf die Zukunft vorzubereiten. Neben klassischen handwerklichen Fähigkeiten vermitteln wir heute verstärkt Wissen zu Energieeffizienz, Dämmtechnik und Photovoltaik. Auch der Umgang mit traditionellen Werkstoffen wie Schiefer, Ziegel und Holz gehört weiterhin zur Ausbildung. Unsere Lehrlinge lernen damit einen Beruf, der technisch anspruchsvoll ist und sich ständig weiterentwickelt.

Welche neuen Technologien, Materialien oder digitalen Entwicklungen prägen heute den Berufsalltag der Dachdecker?

Wir arbeiten heute mit deutlich mehr Technik als noch vor einigen Jahren. Neue Materialien wie verbesserte Dämmstoffe, neue PV‑Module und deren Unterkonstruktionen kommen zum Einsatz. Es gibt kaum ein Handwerk, das so vielseitig mit den verschiedensten Werkstoffen umgeht.

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