Mit dem Duft von frisch gesägtem Holz sind Christian und Marlen Hüske aufgewachsen, denn ihr Vater Franz-Josef Hüske hat sich 1990 als Zimmerermeister selbstständig gemacht und gemeinsam mit seiner Frau Martina Hüske die Zimmermeister F. J. Hüske GmbH & Co. KG in Rüthen gegründet.

Vor rund drei Jahren übernahm Christian Hüske, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten war, die Geschicke des Familienunternehmen. Seit Anfang des Jahres führt er den Betrieb, der seinen Sitz im Hankerfeld 26 hat, zusammen mit seiner Schwester Marlen Hüske in zweiter Generation. Während sich der Zimmerermeister um das operative Geschäft kümmert und das Team auf den vielfältigen Baustellen tatkräftig unterstützt, erledigt die Bauingenieurin alle Arbeiten von der Auftragsannahme bis zum fertigen Angebot für den Kunden. Mutter Martina Hüske hält den beiden im Büro den Rücken frei.

Zimmerermeister Christian Hüske (links) und sein Azubi Luca Köster vor einem frischgebauten Haus aus Holz. Traumberufe Zimmerer 2026
Geschafft! Zimmerermeister Christian Hüske (links) und sein Azubi Luca Köster vor einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt in Rüthen-Kallenhardt. Foto: Gabi Bender

Rund ein Jahr nach dem Zimmerermeister hängte der Geschäftsführer noch den Dachdeckermeister dran. "Zwischen den beiden Meisterprüfungen lag allerdings über ein Jahr Pause, denn ich wollte nach dem ersten Besuch der Meisterschule unbedingt erst mal wieder auf die Baustelle", erklärt Christian Hüske.

Bei den zwei Meisterprüfungen sollte es aber nicht bleiben, denn später legte er noch die Prüfung zum Gebäudeenergieberater WK ab und machte eine Zusatzausbildung zum Restaurator im Zimmererhandwerk. Seit 2024 engagiert er sich zudem als stellvertretender Obermeister der Zimmerer-Innung Hellweg-Lippe.

Zum Team des Rüthener Familienbetriebs gehören über ein Dutzend Mitarbeitende, die mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement – im Büro und auf den Baustellen – zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Darunter sind auch drei Azubis, denn die Förderung des Nachwuchses ist Christian Hüske ein wichtiges Anliegen. Einer von ihnen ist Luca Köster. "Holz ist ein toller Werkstoff", findet der 17-Jährige. "Schon früher habe ich gerne mit Holz gearbeitet und zusammen mit meinem Vater Stühle und Bänke aus Holzresten gebaut."

Bei einem Praktikum in einer Tischlerei stellte er jedoch fest, dass ihm die Arbeit an der frischen Luft fehlt. Daher entschied er sich für ein weiteres Praktikum – dieses Mal bei Christian Hüske und seinem Team, um in den Beruf des Zimmerers hineinzuschnuppern. Mehrere Ferienjobs schlossen sich an und die Entscheidung, eine Ausbildung in diesem Beruf zu machen, festigte sich immer mehr. "Die Arbeit hat mir direkt super gefallen, auch das Team ist klasse und die Projekte sind sehr abwechslungsreich", so sein Resümee.

Mit der Tischkreissäge sägt Luca Köster ein Brett zurecht. Traumberufe Zimmerer 2026
Mit der Tischkreissäge sägt Zimmerer-Azubi Luca Köster auf einer Baustelle in Rüthen ein Brett zurecht. Foto: Gabi Bender

Zu den Kunden des Familienbetriebs zählen Privat- und Geschäftskunden ebenso wie öffentliche Einrichtungen und Institutionen. Das Verhältnis zwischen Neubauten und Arbeiten an bereits bestehenden Objekten liege laut Christian Hüske derzeit bei etwa 50:50. "Beides hat seinen Reiz", sagt der Geschäftsführer, "besonders wenn es um knifflige und sehr individuelle Lösungen geht, laufen unsere Zimmerer zur Hochform auf."

Die nächste Hüske-Generation steht auch schon in den Startlöchern. "Unser Sohn Jakob ist zwar erst drei Jahre alt, packt aber schon sehr gerne mit an – ebenso wie unsere sechsjährige Tochter Charlotte."

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...Manuel Korte, Obermeister der Zimmerer-Innung Hellweg-Lippe

Portrait Manuel Korte, Obermeister der Zimmerer-Innung Hellweg-Lippe

Warum lohnt es sich heute, gerade in Ihrem Handwerk einzusteigen – und was macht den Beruf des Zimmerers besonders spannend?

Das Zimmererhandwerk lohnt sich, weil man hier mit einem lebendigen, natürlichen Material arbeitet und jeden Tag sieht, was man geschaffen hat. Holzbau bedeutet Zukunft – klimafreundlich, modern und voller Möglichkeiten. Wer Zimmerer wird, baut nicht nur Häuser, sondern echte Werte. Das macht unseren Beruf so besonders.

Wie verändert sich die Ausbildung in Ihrem Handwerk, damit Auszubildende bestens auf die Zukunft vorbereitet sind?

Die Ausbildung im Zimmererhandwerk wird immer moderner – und genau das macht sie stark für die Zukunft. Unsere Auszubildenden lernen heute nicht nur das traditionelle Handwerk, sondern arbeiten mit digitalen Abbundsystemen, 3D-Modellen und modernen Maschinen. Nachhaltigkeit, Klimaschutz und neue Bauweisen spielen eine immer größere Rolle. So wächst eine Generation heran, die Holzbau versteht, weiterentwickelt und mit Leidenschaft in die Zukunft trägt.

Welche neuen Technologien, Materialien oder digitalen Entwicklungen prägen heute den Berufsalltag des Zimmerers?

Neue Technologien machen das Zimmererhandwerk heute moderner, präziser und abwechslungsreicher als je zuvor. Digitale CAD-Programme, 3D-Modelle und Lasermesstechnik gehören längst zum Alltag. Holz wird durch innovative Materialien wie Brettsperrholz und moderne Verbindungsmittel noch leistungsfähiger. Und auf der Baustelle arbeiten wir mit Maschinen, die Kraft, Sicherheit und Präzision vereinen. Diese Mischung aus Tradition und Hightech prägt unseren Beruf – dadurch wird jeder Tag spannend.

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