Gleich zwei Wünsche hat sich Sven Schiller mit seiner Berufswahl erfüllt. "Zum einen wollte ich schon immer mit Lebensmitteln arbeiten und zum anderen die Menschen mit meiner Arbeit glücklich machen", verrät Sven Schiller. Daher entschied sich der 20-Jährige dafür, eine Ausbildung zum Bäcker bei der Bäckerei und Konditorei Franzes in Meschede zu machen.
Während mehrerer Praktika lernte Sven Schiller den Beruf und den Betrieb kennen und war sich schnell sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Mittlerweile befindet er sich im Endspurt seiner Ausbildung. Seine theoretische Gesellenprüfung stand in dieser Woche auf dem Programm, jetzt fehlt nur noch die praktische Prüfung, die noch in diesem Monat stattfinden wird.
Seit rund zwei Monaten weiß der Azubi, auf welche Weise er sein Können dabei unter Beweis stellen soll. "Ich muss Roggenmischbrote, 30 normale und 30 Körnerbrötchen produzieren, dann noch einen Croissantteig herstellen, aus dem ich 24 herzhafte und 12 klassische Croissants mache. Darüber hinaus muss ich noch eine Buttercremetorte einstreichen und ausgarnieren, wobei die Böden dafür schon fertig sind, denn es geht bei dieser Aufgabe in erster Linie um die Optik."

Das nötige Wissen und die Erfahrung hat sich der Mescheder während seiner Tätigkeit in dem Meisterbetrieb, dem Unterricht in der Berufsschule und der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) angeeignet. In den sechs einwöchigen ÜLU-Lehrgängen in der Ersten Deutschen Bäckerfachschule Olpe lernen beziehungsweise vertiefen die Nachwuchsbäcker unter anderem das Herstellen von Broten, Kleingebäcken und feinen Backwaren sowie Backwarensnacks, Partygebäcken, Überzügen, Füllungen und Cremes.
"In der ÜLU haben wir einiges gelernt, was nicht in allen Betrieben gemacht wird", berichtet Sven Schiller und nennt als Beispiel die Eisherstellung. Die Zubereitung von kleinen Gerichten sowie die Herstellung von Spezialbroten sind ebenfalls Teil der ÜLU. "Mit Spezialbroten sind außergewöhnliche Zusammensetzungen gemeint", erklärt Sven Schiller. "Beispielsweise ein Brot, das aus 20 Prozent Hafer besteht, oder eines mit einem Kürbiskernanteil von acht Prozent."
Auch bei seinem Ausbildungsbetrieb gibt es immer wieder neue Produkte. "Dafür wird solange an den Rezepten und der Herstellung gefeilt und getüftelt, bis alles perfekt ist", erzählt der 20-Jährige, "dann werden die Produkte ins Sortiment aufgenommen." Als Beispiele dafür fallen Sven Schiller spontan die Dinkelflocke ein, die das Unternehmen seit August 2025 anbietet, sowie Pizzaschnecken, Mettschleifen und das Grillbrot. "Das füllen wir mit Schinken und Paprika, verfeinern es mit Röstzwiebeln und überbacken es mit Käse."

Los geht der Arbeitstag für den Nachwuchsbäcker derzeit meist um 5 Uhr. "Besonders im Sommer kommt mir das sehr entgegen, denn dann habe ich schon um 13.30 Uhr Feierabend und noch jede Menge Zeit, die Sonne zu genießen und meinen Hobbies nachzugehen, kann mit Freunden Fußball spielen, etwas im Garten arbeiten oder einfach einen Spaziergang machen."
Wer sich für die Ausbildung zum Bäcker interessiert, sollte motiviert, teamfähig und zuverlässig sein, Spaß an der Arbeit haben und morgens gut aus dem Bett kommen. "Das frühe Aufstehen macht mir nichts aus, denn ich freue mich auf meine Arbeit", sagt Sven Schiller. "Mir macht es einfach Spaß, etwas aus Lebensmitteln herzustellen, worauf sich die Menschen freuen."




