Eine Praline mit der ungewöhnlichen Kombination aus Mastix und Maracuja ist beim German Chocolate Award 2026 der Akademie Weinheim ausgezeichnet worden. Kreiert hat sie süße Nascherei Anna Fevga, die derzeit bei Emilys Chocolaterie in Unna-Massen gemeinsam mit Jana Graute die Ausbildung zur Konditorin macht.

„Ich komme aus Griechenland und dort wird Mastix, das Harz des Mastixstrauchs, unter anderem genutzt, um daraus Schnaps zu brennen und in Kombination mit verschiedenen Gewürzen Hefezöpfe herzustellen“, erzählt die 18-Jährige Anna Fevga. „Ich habe mich bei meiner Praline für die Kombination von Mastix und Maracuja entschieden und diese ist bei der Jury der Akademie Weinheim so gut angekommen, dass sie meine Praline mit einer Silber-Urkunde ausgezeichnet hat.“

Der Erfolg der angehenden Konditorin zeigt einmal mehr, dass Kreativität in dem Beruf gefragt ist. Doch das ist nicht die einzige Fähigkeit, die der Nachwuchs mitbringen sollte. „Wichtig ist auch das Verständnis dafür, dass wir nicht den ganzen Torten ausdekorieren oder Pralinen verzieren“, erklärt die Jana Graute und fügt hinzu: „Man muss auch anpacken können.“ Denn die Zutaten für Kuchen, Torten, Pralinen und Gebäck müssen eingekauft, transportiert und verstaut werden.

Die angehende Konditorin Anna Fevga taucht die Cake-Pops in weiße Schokolade, bevor sie aus diesen mit farbenprächtiger Deko kleine Kunstwerke kreiert.
Die angehende Konditorin Anna Fevga taucht die Cake-Pops in weiße Schokolade, bevor sie aus diesen mit farbenprächtiger Deko kleine Kunstwerke kreiert.
Fotos: Gabi Bender

In der Berufsschule eignet sich Jana Graute, die derzeit im ersten Lehrjahr ist, jede Menge Grundlagenwissen an. „Wir lernen beispielsweise, wie ein Mehlkorn und ein Ei aufgebaut sind, wie Speisefette und Kakao hergestellt werden und woraus sie bestehen, und was man über Zucker wissen sollte.“ Auf dem Berufsschulstundenplan bei Anna Fevga stehen derzeit die Themen Sahne und Sahnetorten, denn die Uelzenerin ist bereits im zweiten Lehrjahr.

Vor kurzem hatte sie daher ihre Zwischenprüfung. „Im praktischen Teil musste ich innerhalb von drei Stunden eine Crème brûlée herstellen und zwei verschiedene Wraps machen, denn die kleine Küche ist Teil der Konditorenausbildung“, berichtet die 18-Jährige. Neben der Theorie in der Berufsschule und der Arbeit im Betrieb absolvieren die angehenden Konditorinnen noch regelmäßig Lehrgänge im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung. Dabei geht es unter anderem um die Themen Schokolade, Pralinen, Eis und Hefeteig.

Nachdem das Füllen der Pralinen beendet ist, verschließt Jana Graute die Öffnung mit Schokolade.
Nachdem das Füllen der Pralinen beendet ist, verschließt Jana Graute die Öffnung mit Schokolade.
Fotos: Gabi Bender

Das Interesse für den Beruf hat sich bei den beiden Auszubildenden schon früh abgezeichnet, denn beide haben schon früh zu Hause gerne Kuchen und Torten gebacken. Bei ihrem Ausbildungsbetrieb Emilys Chocolaterie kam noch einiges hinzu. „Wir machen neben Kuchen und Torten noch Pralinen, Cookies, Cake-Pops, Cupcakes, Eis und viel Saisonales“, sagt Inhaberin Emily Gorden. Dazu zählen in der Weihnachtszeit beispielsweise Stollen, Plätzchen, Schokoladenfiguren sowie mit Pralinen gefüllte Adventskalender.

Vor acht Jahren hat die Konditormeisterin ihre Chocolaterie am Massener Hellweg 22 in Unna-Massen und später noch eine fußläufig entfernte Showküche eröffnet, in die sie Teile der Produktion ausgelagert hat. Dort bietet die Geprüfte Chocolatière regelmäßig Kurse an, in denen Interessierte lernen, wie sie Macarons, Eis, Tartelletes oder Pralinen herstellen.

Darunter auch ausgezeichnete Pralinen, denn beim German Chocolate Award durfte sich nicht nur die Auszubildende Anna Fevga freuen, sondern das gesamte Team von Emilys Chocolaterie, denn es hat mit fünf Pralinen teilgenommen und durfte sich am Ende über viermal Silber und einmal Bronze freuen.

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