Am Anfang steht eine technische Zeichnung, am Ende ein maßgefertigtes Produkt. Wie aus der zu Papier gebrachten Idee ein reales Bauteil wird, wissen Luca Hansen und Louis Rochna mittlerweile schon ganz gut. Denn die beiden angehenden Feinwerkmechaniker sind bereits im zweiten Lehrjahr und haben in ihrem Ausbildungsbetrieb Kemmling Maschinenbau in Brilon schon diverse Produkte hergestellt. "Wir sind Zulieferer für den Maschinenbau und stellen hauptsächlich Einzelteile – vereinzelt auch kleine Serien – sowie Werkzeuge für Maschinen her", sagt Christopher Kemmling, Betriebsleiter in dem 1996 von seinem Onkel Christian Kemmling gegründeten Unternehmen.

Los geht der Arbeitstag für die beiden 18-Jährigen morgens um 7 Uhr. "Als Erstes geht's zur Werkbank. Wenn dort noch eine technische Zeichnung vom Vortag liegt, bearbeiten wir den Auftrag weiter, bis er fertig ist. Sobald der Auftrag abgeschlossen ist, holen wir uns eine neue Zeichnung, die zu einem anderen Auftrag gehört, und besorgen uns, nachdem wir die Zeichnung eingehend studiert haben, die für dieses Projekt benötigten Rohstoffe", erklärt Azubi Louis Rochna. Dann geht's meist direkt an eine der CNC-gesteuerten Maschinen.

Mit einer Flachfeile entgratet Azubi Louis Rochna ein Werkstück und entfernt so scharfe Kanten und Materialüberstände. Traumberufe Feinwerkmechaniker 2026
Mit einer Flachfeile entgratet Azubi Louis Rochna ein Werkstück und entfernt so scharfe Kanten und Materialüberstände. Foto: Gabi Bender

Diese computergesteuerten Dreh- und Fräsmaschinen müssen die angehenden Feinwerkmechaniker gemäß den Vorgaben des Kunden bezüglich der Maße des Bauteils programmieren. Bevor die Bearbeitung startet kann, müssen sie außerdem die Maschinen mit den richtigen Werkzeugen bestücken, mit denen die Rohmaterialien anschließend bearbeitet werden.

Ihre Ausbildung machen die beiden Nachwuchskräfte mit dem Schwerpunkt Maschinenbau. Alternative Schwerpunkte, die es bei Feinwerkmechanikern gibt, sind Feinmechanik, Werkzeugbau und Zerspanungstechnik. In der Berufsschule lernen die angehenden Feinwerkmechaniker aller Fachrichtungen in den ersten beiden Jahren die Basis – gemeinsam mit den Azubis weiterer Metallberufe wie den Fertigungsmechanikern und den Werkzeugmachern.

Luca Hansen tauscht ein Werkzeug an einer CNC-gesteuerten Drehmaschine aus. Traumberufe Feinwerkmechaniker 2026
Luca Hansen, der ein Werkzeug an einer CNC-gesteuerten Drehmaschine austauscht, schätzt die abwechslungsreiche Arbeit als angehender Feinwerkmechaniker. Foto: Gabi Bender

"In den ersten beiden Jahren haben wir in den berufsspezifischen Lernfeldern unter anderem Steuerungs- und Regeltechnik und Pneumatik durchgenommen sowie Programmieren und Zeichnen gelernt", berichtet Luca Hansen. Außerdem lernen die Azubis Bauelemente mit Maschinen und handgeführten Werkzeugen zu fertigen, Dreh- und Frästeilen sowie einfache Baugruppen herzustellen, technische Systeme zu warten und steuerungstechnische Systeme zu planen und in Betrieb zu nehmen.

In den Lehrgängen im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung (ÜLU) vertiefen Luca Hansen und Louis Rochna ihre Kenntnisse und Fähigkeiten. "Im Feilen-Lehrgang haben wir Rohmaterial bekommen, das wir nach Länge und Form feilen und anschließend noch mit Löchern an vorgegebenen Stellen versehen mussten", erinnert sich Luca Hansen. Louis Rochna: "Dann gibt es noch Maschinenlehrgänge für Dreh- und Fräsmaschinen, mit denen wir ebenfalls Materialien nach Vorgabe bearbeiten müssen – aber eben mit Maschinen."

Wer sich für die Ausbildung zum Feinwerkmechaniker bei der Kemmling Maschinenbau interessiert, sollte folgende Voraussetzungen mitbringen: "Mathematisches Grundverständnis und eine gewisse technische Begabung sind ebenso wichtig wie ein Interesse daran, sich in technische Dinge reinzuarbeiten", sagt Betriebsleiter Christopher Kemmling, "denn bei uns ist jeder Auftrag aufgrund der unterschiedlichen Materialien und Anforderungen anders."

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