Arbeit und Privatleben zu trennen, fällt vielen Menschen nicht leicht. Geradezu unmöglich ist das allerdings für Azubi Ben Aufderbeck. „Mein Vater ist Berufsschullehrer für Anlagenmechaniker am Berufskolleg Berliner Platz in Neheim und somit mein Fachkundelehrer“, erzählt der 19-Jährige und ergänzt: „Am Anfang war das schon etwas komisch, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und manchmal ist es auch ganz praktisch.“

Ins Handwerk zu gehen, stand für den Oeventroper schon relativ früh fest. Bei der „Nacht der Ausbildung“, zu der die Wirtschaftsförderung Arnsberg eingeladen hatte, entschied er sich, beim SHK-Meisterbetrieb von Installateur- und Heizungsbaumeister Bernd Liesenfeld vorbeizuschauen. „Dort hat es mir seinerzeit so gut gefallen, dass ich mich entschieden habe, die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei dem Arnsberger Betrieb zu machen.“

Installateur- und Heizungsbaumeister Bernd Liesenfeld (links) zeigt seinem Azubi Ben Aufderbeck, wie er diese Heizungsumwälzpumpe einjustiert und die Durchflussmenge präzise mit dem Handy steuert.
Installateur- und Heizungsbaumeister Bernd Liesenfeld (links) zeigt seinem Azubi Ben Aufderbeck, wie er diese Heizungsumwälzpumpe einjustiert und die Durchflussmenge präzise mit dem Handy steuert.
Fotos: Gabi Bender

Was ihn an dem Beruf fasziniert, erklärt er so: „Ohne Heizung und ohne Wasser kommen wir nicht aus und die Technik dahinter zu verstehen und das alles selbst bauen und instand halten zu können, das ist schon eine tolle Sache.“ Ob Reparatur, Wartung, Modernisierung oder Neuinstallation – „wenn wir mit unserer Arbeit fertig sind, läuft alles rund und die Menschen haben in der Regel erst mal wieder eine ganze Zeit lang Ruhe“, sagt Ben Aufderbeck, „auch das ist ein sehr schönes Gefühl.“

Außerdem tragen Anlagenmechaniker auch einiges zum Schutz des Klimas bei. „Wir beraten nicht nur zu Wärmepumpen, Pellets und regenerativem Gas, das sogar noch umweltschonender ist als Biogas, sondern setzen diese Technologien auch regelmäßig beim Kunden ein“, erklärt Bernd Liesenfeld. „Wir arbeiten außerdem mit einem Energieberater zusammen, der sich beim Thema Förderungen bestens auskennt und unsere Kunden dahingehend umfassend informiert.“

Nach der Erneuerung der Rohre überprüft Ben Aufderbeck, ob die Leitungen komplett dicht sind.
Nach der Erneuerung der Rohre überprüft Ben Aufderbeck, ob die Leitungen komplett dicht sind.
Fotos: Gabi Bender

Voraussetzung dafür, immer auf dem aktuellen Stand zu sein, sei es, sich stetig weiterzubilden, denn die Technologien entwickeln sich in den Bereichen Sanitär, Heizung, Klima und Lüftung rasant. Auch das Thema Smart Home habe in den vergangenen Jahren einen immer höheren Stellenwert bekommen.

Zu Hause hat Ben Aufderbeck seine Fähigkeiten und Kenntnisse, die er in den ersten fast zwei Jahren seiner insgesamt dreieinhalbjährigen Ausbildung gesammelt hat, schon nutzen können. „Als unser Waschtisch kaputt gegangen war, habe ich ihn ganz fachmännisch ausgetauscht“, erzählt der 19-Jährige, der auch schon ein undichtes Eckventil an der heimischen Waschmaschine ersetzt hat. „Gerade im Sanitärbereich gibt es viele Dinge, die man schon nach kurzer Ausbildungsdauer beherrscht und daher zu Hause nutzen kann.“

Damit die Wärme der Rohre nicht verlorengeht, bringt Azubi Ben Aufderbeck die für dieses Gas-Brennwert-Modell maßgefertigte Isolierung an.
Damit die Wärme der Rohre nicht verlorengeht, bringt Azubi Ben Aufderbeck die für dieses Gas-Brennwert-Modell maßgefertigte Isolierung an. Fotos: Gabi Bender

Geeignet ist der Beruf des Anlagenmechanikers für jedes Geschlecht. „Wir hatten auch schon eine Azubine“, erinnert sich Bernd Liesenfeld, „sie hat bei uns erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen, sich weitergebildet und leitet jetzt die Haustechnik bei einem Unternehmen in Sundern.“ Denn nicht nur die Tätigkeiten eines Anlagenmechanikers sind vielfältig, sondern auch die Fortbildungsmöglichkeiten und die späteren Einsatzgebiete.

Und während in einigen Branchen schon befürchtet wird, dass künstliche Intelligenz zum Stellenabbau beitragen könnte, blickt Installateur- und Heizungsbaumeister Bernd Liesenfeld entspannt in die Zukunft. „Im Büro gibt es bestimmt Bereiche, in denen KI für Einsparungen sorgen kann, aber draußen auf der Baustelle kann KI die Arbeit eines Anlagenmechanikers niemals ersetzen. Daher ist dieser Beruf ein Job mit Zukunft.“

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